„Renn“: Leepa veröffentlicht ihre erste Single auf Deutsch
Die Newcomerin Leepa wohnt zwar in Berlin, ist aber, wie viele andere auch, zugezogen. 1999 am Starnberger See geboren, wächst Leepa sehr naturverbunden zwischen Schafen, Kühen und Ziegen im Münchner Umland auf. Zwar ist sie auch mit dem Leben in der bayrischen Großstadt konfrontiert, als sie zeitweise in München lebt, doch als im Alter von neun Jahren der Umzug nach Berlin ansteht, ist das grob gesagt schon ein kleiner Kulturschock.
Mit ihrem Wohnortwechsel und dem Boom des World Wide Web, das zu diesem Zeitpunkt mittlerweile auch für jungen Teenger:innen wie Leepa zugänglich ist, entdeckt sie auch die Musik für sich. Popstars wie Katy Perry oder Pink, liefern den Soundtrack ihrer Jugend. Der Hype um Hannah Montana und die Popkultur der 2010er-Jahre ziehen Leepa dann endgültig in ihren Bann und lassen sie bis heute nicht mehr los. Die Einflüsse und Inspirationen dieser Zeit hielt Leepa bereits auf ihrer im Juni 2022 veröffentlichten EP „brain freeze“ fest. Jetzt schlägt die Newcomerin jedoch ein neues Kapitel auf.
„Für mich schließt ‚Renn‘ symbolisch ein Kapitel ab.“
Mit „Renn“ veröffentlicht Leepa heute nämlich ihre erste komplett deutschsprachige Single. Zwar gab sie bereits im zuletzt erschienenem „here/hier“ einige Passagen auf deutsch zum Besten, „Renn“ ist aber der erste Song, in dem sie ausschließlich in ihrer Muttersprache singt. Doch nicht nur der Switch zum Deutschen bedeutet in Leepas bisheriger Diskografie der Beginn eines neuen Kapitels, denn auch inhaltlich spielen Neuanfänge in „Renn“ eine wichtige Rolle, erklärt Leepa: „‚Renn’ ist ein Song, den ich über meine letzte sehr toxische Beziehung geschrieben habe. (…) Irgendwann waren die Rollen umgedreht. Am Ende hatte er mir so oft wehgetan, dass ich nicht mehr das sein konnte, was er wollte und dann ist er gerannt. Und ich war fast erleichtert, dass er gerannt ist. Für mich schließt ‚Renn‘ symbolisch ein Kapitel ab.“ – aber macht vielleicht ja auch ein neues auf.
Leepas Rückblick, auf eine ungesunde Liebe, die inzwischen zum Glück der Vergangenheit angehört, hört sich zumindest musikalisch aber alles andere als deprimierend an. Stattdessen gibt es in „Renn“ einen eingängigen Mix aus 90er-Jahre Trance, Grunge- und Indie-Einflüssen auf die Ohren, der direkt zum mitviben anregt – „futuristisch-nostalgisch“ wie es Leepa selbst beschreibt.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.