Rico Nasty lässt ein brachiales Power-Carepaket in Albumform auf die Welt los
Ohne Frage: Rico Nasty ist eine der spannendsten NewcomerInnen, die aus der kilometerhohen Welle von angehen RapperInnen aus den USA problemlos heraussticht und VerfolgerInnen des dortigen Rap-Geschehens im Alleingang mit ihrem schrillen Auftreten davon spült. Doch nicht nur ihre punkige und ausgefallene Erscheinung machen die 23-Jährige so besonders. Schon vor zwei Jahren machte ihre brachiale und aggressive Delivery, welche nicht zuletzt auf ihrem Major-Debüt Mixtape „Nasty“ unverkennbar, erstmals außerhalb ihres örtlichen Wirkungskreises auf sich aufmerksam. Inzwischen hat die überaus produktive Rico Nasty insgesamt sieben Mixtapes veröffentlicht, darunter das berüchtigte „Anger Management“-Mixtap, welches letztes Jahr mit dem vielseitigen und erfolgreichen Produzenten Kenny Beats entstand, hat sich mit etliche erfolgreichen Singles den Titel als „Sugar Trap Queen“ erarbeitet und nebenbei noch unzählige hochkarätige Feature-Parts für Blocboy JB, Take A Daytrip oder etwa Boyz Noise abgeliefert. Nun erscheint mit „Nightmare Vacation“ ihr heiß-erwartetes Debütalbum und wie erwartet: Die Platte hat es in sich. Soundtechnisch hat sich Rico noch freier und Genre-jonglierender entfaltet als zuvor. Während in der Vergangenheit eher eine Prise Punk-Rap oder Nu-Metal über die zahlreichen Trap-Banger ihrer bisherigen Diskographie gegeben wurden, erschließt sie in „Nightmare Vacation“ neuere, breitere und melodischere Klanggefilde. Selbstverständlich kommt ihre einzigartig rotzige und kratzige Delivery prominent zum Einsatz („STFU“, „Check Me Out“, „Girl Scout“), doch mit Hyperpop-artigen Songs wie „iPhone“ (Welches übrigens als einziger Song auf dem Album nicht als explizit in Spotify markiert ist) oder etwa das entspanntere und zurückgelehnte „Back and Forth“ mit Aminé nähert sie sich dem Mainstream aber an, ohne auch nur einen Funken Originalität zu verlieren. Ebenfalls muss festgehalten werden, dass es eine außerordentliche Leistung ist, diese ganzen verschiedenen Einflüsse in 16 Songs unter einen kreativen Hut zu bekommen. Über den Entstehungsprozess und ihre Idee zum Album erzählt Rico ihren Fans: „Dieses Album ist für mich der Beweis, dass ich ungeachtet all dessen, was ich durchmache, immer noch kraftvolle Musik machen kann. In all meinen Songs ging es immer um Kraft, darum, dir ein Gefühl von Kraft zu vermitteln. Manchmal gibst du so viel Kraft, dass du dich kraftlos fühlst… Ich habe einfach nur probiert, all diese Emotionen, die Glücksgefühle und auch die verrückten Gefühle in diese Musik zu stecken und es direkt an euch zurückzugeben, damit ihr es konsumieren und eure Kraftreserven auffüllen könnt. Das hier ist also ein Soundtrack, damit du deinen Scheiß wieder geregelt bekommst!“. Wir bedanken uns jedenfalls herzlich für das Kraft-Carepaket im Lockdown Light, denn „Nightmare Vacation“ wirkt fabelhaft elektrisierend.
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