Rocko Schamoni besingt das Älterwerden: „Das bin nicht ich“
Müsste man alle Betätigungsfelder von Rocko Schamoni aufschreiben, könnte man wahrscheinlich ein Buch verfassen. Doch so viel: Rocko Schamoni ist Autor, Entertainer, Musiker, Schauspieler und Bühnenkünstler. Vor allem aber ist er eine Hamburger Ikone. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er lange Jahre mit Schorsch Kamerun den legendären „Golden Pudel Club“ betrieb. Gemeinsam mit Jaques Palminger und Heinz Strunk bildete er ab dem Ende der 1990er Jahre außerdem das humoristische „Studio Braun“. In dieser Konstellation gründete später die fiktive Band Fraktus, um im Jahr 2012 dann eine sehenswerte Mockumentary über das Projekt zu veröffentlichen.
Musikalisch war Rocko Schamoni dabei schon immer ein Grenzgänger: Post-Punk, Pop-(Trash), Schlager, Jazz – Hauptsache es knallt und eignet sich für eine atemberaubende Bühnenshow, deren Epizentrum der Künstler höchstpersönlich ist. Nachdem im Jahr 2019 das bis dato letzte Album „Musik für Jugendliche“ erschienen war, legt Schamoni am 26. August dieses Jahres nach: Sein neues Album soll „All Ein“ heißen.
Steigendes Alter und die Erkenntnis: „Das bin nicht ich“
In der ersten Single-Auskopplung zum Album arbeitet sich Rocko Schamoni am Ringen mit dem fortschreitenden Alter und der Akzeptanz des allmählichen Verfalls ab. Passend dazu heißt es im Song „Das bin ich nicht“: „Dein reifer Körper pfeift schief aus seinem letzten Loch, du möchtest reklamieren und fährst zum Himmel hoch. Und du sagst: ‚Das bin nicht ich! Und ich kenne es auch nicht!'“ Das ganze wirkt allerdings kaum wie ein frustrierter Abgesang auf den eigenen Körper, sondern vielmehr wie eine positive Hymne auf einen Prozess, den man eh nicht aufhalten kann.
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