scem und T-God fragen sich, woran sie noch glauben können
2kmafia ist ein Kollektiv aus St. Gallen bestehend aus den Rappern und Produzenten T-God, MADFLOW, scem, Gana94, noah2k und DJ moneymax. Die Crew erzählt auf Hochdeutsch von ihrem Alltag in der Ostschweiz und bewegt sich musikalisch zwischen Trap, Boom-Bap und elektronischen Clubsounds. Als Einflüsse nennen die Mitglieder unter anderem Pashanim und BHZ. Scem ist dabei als Rapper, Produzent und DJ unterwegs. Gemeinsam mit T-God widmet er sich auf „Gott ist tot“ den Fragen, die bleiben, wenn das Vertrauen in die Welt schwindet.
Zeilen im Mittelpunkt
Das dazugehörige Musikvideo versammelt Camcorder-Aufnahmen aus den vergangenen anderthalb Jahren. Graffiti, Party und Liveauftritte treffen auf beiläufige Stadtansichten, Gebäudefassaden und eingefangene Alltagsmomente. Statt eine eigene Handlung zu inszenieren, begleitet das gesammelte Material die Zeilen der beiden Rapper. Die Texte sollen im Mittelpunkt stehen, erklärt Scem. Die Lyrics sind rot, präsent und zentral im Bild, dazwischen durchgestrichene Wörter in weiß. So bekommt der gemeinsame Blick zurück einen Song zur Seite gestellt, der sich mit der Gegenwart auseinandersetzt.
„Für mich ist der Track eine Auseinandersetzung mit der komplizierten Beziehung zu Glauben, der Gesellschaft und unserer aktuellen Weltlage“, sagt T-God. Es geht um Hoffnungslosigkeit und die Verantwortung der Menschheit für die Zustände, unter denen sie leidet: „Ich schau zum Himmel nicht mehr hoch / denn ich glaub zwischen uns ist Funkstille.“ Als Scem die erste Songskizze hörte, wollte er direkt einen eigenen Part beisteuern. Seine Zeilen hielt er bewusst einfach, damit die Message unmittelbar ankommt. Die Verbindung aus persönlichen Aufnahmen und gesellschaftlichen Fragen führt diesen Gedanken im Video weiter: Der Blick auf die Welt bleibt mit dem eigenen Leben verbunden.
„Gott ist tot“ wird Teil von Scems Tape „Wollte nicht mehr gehn“, das am 20. November erscheint. Darauf beschäftigt er sich mit Krieg, Glauben und einer Gesellschaft, die wegschaut und profitiert – und zugleich mit dem, was all das in ihm selbst auslöst. Zwischen Verlorenheit, Wut und dem Willen, sich aus der eigenen Machtlosigkeit zu befreien, behält Scem seine Fuck-you-Attitüde bei. Der gemeinsame Track mit T-God passt deshalb perfekt rein.
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