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schluma machen Musik zwischen Uni-Seminaren

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Die Geschichte der Hamburger Band Schluma beginnt im Oktober 2024 mit einem Missverständnis. Wintersemester, Lenny sitzt in seiner ersten Vorlesung in Sozialer Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Er trägt ein Die-Nerven-Shirt und hält seinen neuen Dozenten Peter Tiedeken zunächst ernsthaft für Jan Müller von Tocotronic. Er googelt ihn – Irrtum. Über das Shirt kommen die beiden aber ins Gespräch und stellen fest, dass sie trotz eines Altersunterschieds von mehr als 20 Jahren musikalisch ziemlich ähnlich ticken. Kurz darauf verabreden sie sich in den Vorlesungspausen zum Musikmachen. Der Grundstein für Schluma ist also gelegt.

schluma: Vier Bandmitglieder, viele verschiedene Genres

Lenny bringt seinen langjährigen Schulfreund Linus mit in die Band, mit dem er bereits seit der siebten Klasse Musik macht. Linus spielte zum Zeitpunkt der Gründung von Schluma in einer lokalen Metalband. Peter wiederum holt Pola dazu, die er aus einem anderen Kurs kennt. Sie kommt musikalisch eigentlich eher aus Hyperpop und Lo-Fi und hatte ihre eigene Musik zuvor überwiegend am Computer gebaut. Gerade deshalb fand sie spannend, dass sie mit dem neuen Bandsound zunächst überhaupt nichts anfangen konnte.

Lennys Vater ist selbst Musiker, dadurch sind NDW, Punkrock und Tocotronic früh präsent. Seine ersten eigenen Sachen macht Lenny in Hip-Hop und Deutschrap und veröffentlicht dort auch Tracks. Irgendwann fehlt ihm aber die physische und gemeinschaftliche Seite des Musikmachens. Peter bringt wiederum jahrzehntelange Erfahrung aus der Indie- und Punk-Szene mit.

Gefühle statt Perfektion

Aus diesen unterschiedlichen musikalischen Hintergründen entsteht ein Sound, der sich nur schwer klar einordnen lässt. Um mal ein paar Genres zu nennen, ohne die Band direkt in eine Schublade zu stecken: Die bisherige Musik von Schluma bewegt sich irgendwo zwischen Diskursrock, Punk, 90er-Lo-Fi-Indie, noisy Emo und teilweise Lo-Fi-Pop und Noise. Die Band betont selbst besonders, in ihrer Musik nicht auf Perfektion zu setzen, sondern Gefühle in den Vordergrund zu stellen. Die Musik soll im Proberaum und vor allem auf der Bühne funktionieren, nicht zuerst als möglichst makelloses digitales Produkt.

„Heulen am Wasser“: Texte von da, wo alles anfing

Man hört, dass die meisten Texte tatsächlich in Seminarpausen entstanden sind. Schluma besingen häufig Figuren, die ihnen im Uni-Alltag über den Weg laufen. Von Mate-Süchtigen über Liebesverzweifelte, bis zu Geschirrdieb:innen und Kettenraucher:innen ist alles dabei. Auch der neueste Song „Uni Mensa Schwerverbrecher“ dreht sich um Leute, die in der Mensa sitzen und alle anderen vollquatschen. Die Bandmitglieder schreiben aber auch über sich gegenseitig („Ich bin ein Außenseiter dieser Republik“) oder oder verarbeiten eigene Erfahrungen und Beziehungsmuster („Kältewarnung“). So entsteht eine interessante Mischung aus Alltagskomik, Selbstironie und ernsten Momenten.

Wahnsinnig viele Referenzen gibt es noch gar nicht, denn Schluma veröffentlichen erst seit 2026 Musik und haben bisher fünf Singles in ihrer Diskografie. Schon sehr bald sorgen sie aber für Nachschub, denn schon am 4. September erscheint das Debütalbum „Heulen am Wasser“, das zusätzlich zu den fünf bisher erschienen Songs noch ganze elf weitere enthalten wird. Übrigens: Die Initialien des Titels ergeben „HAW“, wie die Hochschule, an der die Vier zusammengefunden haben.

Vom selbstorganisierten Uni-Konzert zur ersten eigenen Tour

Den Release feiert die Band mit einem zweitägigen Festival im Hamburger Traditionsclub Indra. Es trägt den Namen „10.000 Leute Festival“, weil Schluma „in den letzten Monaten und Jahren locker mehr als 10.000 Leute kennengelernt haben, die entweder selbst in extrem coolen Bands spielen oder irgendwelche anderen absurden Projekte betreiben“. Auf dem Festival sind also zahlreiche Freund:innen der Band live zu sehen.

Schluma spielen noch dieses Jahr ihre erste eigene Tour. Im Oktober und November könnt ihr die Vier in acht deutschen Städten live erleben, unter anderem in Berlin, Hannover und Köln. Außerdem treten sie auf dem Reeperbahn Festival und beim Waves Vienna auf. Schluma hat einen rasanten Werdegang hinter sich: von selbstorganisierten Uni-Konzerten über Supportshows für FJØRT, Madsen und Kettcar bis hin zu Festivalauftritten und der ersten eigenen Tour – und das alles innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit. Dazu wurden Schluma 2026 als eine von fünf Bands mit dem Hamburger Musikpreis KRACH+GETÖSE ausgezeichnet. Viel spricht also dafür, dass die Reise nach „Heulen am Wasser“ gerade erst richtig anfängt.

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