Shindy packt aus: Neue Heimat München, Familie und die deutsche Rapszene
Seit knapp fünf Jahren verfolgt die deutsche Rap-Szene interessiert den verworrenen Konflikt zwischen Bushido und Arafat Abou-Chaker. Nebenrolle in diesem verbitterten Machtkampf: Shindy. Schon bevor Ersguterjunge zerbricht, verlässt Shindy nach seinem Album „Dreams“ das Label und taucht unter. Seither geht der Rapper aus Bietigheim-Bissingen eigene Wege: Gemeinsam mit Platin-Produzent OZ gründet er das Label Friends With Money, wo 2019 sein Album „Drama“ erscheint.
Überraschendes Interview mit Überlänge
Mit Hits wie „Affalterbach“ und „Nautilus“ ist der erfolgreicher denn je, aber während der Prozess zwischen Bushido und Arafat sich immer weiter zieht und von Rap-Kollegen wie Fler immer wieder thematisiert wird, hält sich Shindy bedeckt. Seit „Drama“ gab es keine weiteren Auftritte in den Medien, nur Singles, mit denen er aktuell sein nächstes Album „In meiner Blüte“ vorbereitet. Aber um den Menschen hinter der Kunstfigur Shindy, seinen Verbleib und sein persönliches Befinden, blieb es still. Nun hat sich der Rapper überraschend mit dem Musikjournalisten Jan Wehn für ein Gespräch getroffen, dass in drei Teilen über seinen eigenen YouTube-Kanal veröffentlicht wird. Die erste Stunde des Gesprächs ist bereits online und bietet erste Einblicke.
Shindy und Jan Wehn treffen sich mit Alpen-Panorama-Blick auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Im Zuge der turbulenten letzten Jahre ist Shindy nach Bayern umgezogen, wie er im Interview verrät – allerdings nicht in ein Schloss, sondern nach München. Hier verbringt er seine Zeit, wenn er nicht gerade Musik macht, vor allem mit seinen Kindern Niko und Pablo.
Aber nicht nur geographisch hat sich der Rapper dem Deutschrap-Trubel entzogen: „Ich würde fast sagen, ich habe gar kein Verhältnis zur deutschen Rap-Szene“. Auch mit ehemaligen Weggefährten wie Laas scheint der Kontakt eher lose zu sein. Trotzdem ist sich Shindy nicht zu schade für Props an Kollegen wie Azad: „Ich finde, Azad ist super gealtert, davor hab’ ich am meisten Respekt.“ Es geht um den gemeinsamen Song mit Cro, außerdem um Social Media, Schmuck und seine großen Vorbilder. Nur die Persönlichkeiten, mit denen Shindy bis vor wenigen Jahren noch so eng in Kontakt stand – Bushido, Arafat, Fler – finden vorerst keine Erwähnung – aber es kommen ja auch noch zwei Interview-Teile.
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