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Sido verflucht im neuen Song seine „Medizin“

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Tagged: SidoJamule

In „Medizin“ beschäftigt sich Sido mit der jahrelangen Betäubung und Verdrängung seiner Gefühle  und zwar mit Feuerwasser und Party. Zwischen Selbstzerstörung, Selbstaufgabe und der Erkenntnis, dass selbst ein Paul Würdig nicht ewig und drei Tage wach sein und dabei gesund bleiben kann, rappt sich der Veteran aus dem Berliner Märkischem Viertel die dunklen Gedanken von der Seele: „Und Großer, frag mich bitte nicht / Ich weiß, wie wahnsinnig das ist / Jeden Freitag bade ich in Gift / Weil nichts egaler ist als ich“

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Eine Hommage an die Rave-Szene

Auch auf der klanglichen Ebene greift Sido die Party-Thematik geschickt auf, denn der melancholisch angehauchte, Dance-Beat leiht sich Teile aus einem Rave-Klassiker der DJ-Produzenten-Formation Members of Mayday namens „Sonic Empire“. Diese Rave-Hymne erklomm nämlich im Juni 1997 entgegen aller Erwartung die Spitze der deutschen Charts und zeigte, dass die vermeintlich todgeweihte Rave-Kultur noch lange nicht auf das sprichwörtliche Abstellgleis gehört. In einem Song, der sich kritisch mit dem eigenen Feier-Verhalten auseinandersetzt, so ein Sample zu benutzen spricht jedenfalls ganz klar dafür, dass sich wirklich ganzheitlich mit dem Thema der Realitätsflucht und emotionalen Betäubung beschäftigt wurde. 

Ebenfalls erwähnenswert ist die eingängige Hook von „Life is Pain“-Künstler Jamule. Dieser hatte im Sommer 2020 mit rassistischen Aussagen einen ordentlichen Shitstorm losgetreten, dessen Nachwehen sich nach einer Entschuldigung und einer längeren Release-Abstinenz allerdings inzwischen wieder beruhigt zu haben scheinen.

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