Sine Wave: Das neue Musikvideo von Das Paradies hinterlässt viele Fragezeichen
Gedankenexperiment: Stell dir vor, du könntest das Innere einer riesigen Uhr betrachten. Zahnräder, Zeiger, Pendel – alles um dich herum bewegt sich und arbeitet im Einklang, sodass aus vielen kleinen Einzelgeräuschen der unterschiedlichsten Art ein harmonischer Takt entsteht, der gleichermaßen kühl und elektronisch, aber auch vertraut und organisch klingt. Wer sich diese Geräuschkulisse vorstellen kann, der ist dem Sound von „Sine Wave“, der aktuellen Single von Das Paradies, ein ganzes Stückchen näher. Normalerweise ist Florian Sievers, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen heißt, eher für sommerliche Indie-Popmusik, wie wir sie auf seinem Debütalbum „Goldene Zukunft“ (2018) hören konnten, bekannt. Mit seiner nun für den 27. November angekündigten „sammlung 1 / pause an der kurve in vektoria“-EP wagt sich der Leipziger aber nicht nur in ein ganz neues Genre, sondern entdeckt auch die Musique concrète für sich. Dahinter verbringt sich eine besondere Kompositionstechnik, bei der mit aufgenommenen Klängen, die sowohl eingespielte Instrumente als auch banale Alltagsgeräusche sein können, komponiert wird. Das Ergebnis dieser Technik kombiniert mit der Musik-Produktionsweise Dub wird in „Sine Wave“ hörbar. Der Track entsteht gemeinsam mit dem Kölner Keshavara (u.a. Timid Tiger), der mit seiner warmen Stimmfarbe der elektronischen, futuristisch-klingenden Soundwelt bestehend aus Vermona Drum-Synthesizer, Pocket Piano und Melotron (elektromechanisches Tasteninstrument) einen organischen Klang gibt. Ergänzt wird der originelle Track durch Christoph Kukla‘s und Robert Zirk‘s kreative Art und Weise, Perfektion bildlich zu parodieren und da die schriftliche Zusammenfassung des Musikvideos hier definitiv für sehr viele Fragezeichen in den Köpfen sorgen würde, unser Tipp: Song anhören, Musikvideo anschauen und sich seine eigene Meinung zum neuen Das Paradies-Sound bilden.
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