Sira, Rin und Lucio101 tun sich für „Margiela“ zusammen
Dass Sira in der Vergangenheit schon legendäre Features produziert hat, ist nichts Neues – wir denken zurück an „Komet“ von Apache und Udo Lindenberg. Jetzt macht der Produzent gemeinsame Sache mit Rin und Lucio101 und bringt damit nicht nur zwei Peak Deutschrapper zusammen, sondern vor allem auch zwei unterschiedliche Stile unter einen Deckel.
Eine Ode an das Leben mit Geld, das ist „Margiela“. Mal ganz abgesehen davon, dass der Titel einer Haute-Couture-Marke huldigt, machen Rin und Lucio auch in den Lyrics keinen Hehl daraus, dass sie nach dem Motto „Vom Bordstein bis zur Skyline“ leben.
Während Rin in gewohnt wortmalerischer Manier eine Metapher nach der anderen zieht à la „Backe jeden Tag die Brötchen wie ein Bäcker / Mein Erfolg brennt in ihren Augen so wie Pfeffer“, macht Lucio101 den „Bündel zu ein’m Fächer“, und stellt mit seiner tiefen einnehmenden Stimme klar: „Nein ich wurd‘ kein Bänker, erst Verbrecher und dann Rapper“.
Hey Sira!
Darunter legt sich der slappy Beat von Sira, dem es gelingt, die beiden unterschiedlichen Rap-Types zu vereinen. Dabei ist der Beat gar nicht unbedingt so ausgefallen. Eher ein stetiges Wabern, das von schlagenden Bässen unterbrochen wird und genug Raum für die Lyrics lässt. Ein Type-Sheet, welches er auch schon in „Top auf“ (Ion Miles, BHZ) oder auch „9 bis 9“ (Badchieff, Bausa) etablierte.
All in all ist „Margiela“ ein Track, der nicht nur mit glorreichen Namen überzeugt, sondern als Gesamtkonzept funktioniert. Rin, Lucio101 und Sira schaffen es, ein harmonischen Banger zu servieren, ohne dabei ihren jeweils ganz eigenen Vibe zu verlieren.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.