So gut fängt „Oasis: Don‘t Look Back in Anger“ die Reunion ein
16 Jahre lang standen Liam und Noel Gallagher nicht mehr gemeinsam als Oasis auf einer Bühne. 2025 änderte sich das mit der großen „Oasis Live ’25“-Reunion-Tour, die die Band durch Großbritannien, Irland und schließlich um die Welt führte. „Oasis: Don’t Look Back In Anger“ hält dieses Comeback nun auf gut zwei Stunden Film fest – von den ersten gemeinsamen Proben über die Konzerte bis zu den Fans, für die die Rückkehr der Band weit mehr als nur eine weitere Tour bedeutet. Der Film läuft vom 9. – 13. September deutschlandweit in den Kinos, später ist er auf Disney+ verfügbar. Creator, Autor und Produzent der Doku ist Steven Knight, Dylan Southern und Will Lovelace führten Regie.
„Don‘t Look Back in Anger“: Stadiongefühl auf der großen Leinwand
Besonders schön für alle, die weder das Budget, das Ticket-Glück, noch die Zeit hatten, eins der Reunion-Konzerte live zu besuchen: Die Doku gibt den spektakulären Konzertaufnahmen viel Raum. Zahlreiche Songs werden nahezu in voller Länge gezeigt – „Hello“, „Acquiesce“, „Some Might Say“, natürlich „Don’t Look Back in Anger“ und viele weitere kann man nacherleben, und das aus verschiedenen Städten der Tour. Besonders mit Kino-Sound und riesiger Leinwand ist die Immersion perfekt.
Warum Oasis mehr als nur die Songs sind
Die Doku ist super darin, dieses Gefühl von Gemeinschaft einzufangen, das Oasis einfach schon immer mitbringt und das durch die Reunion nochmal verstärkt auflebt. Irgendwie spannend, dass eine Band, die bekannt dafür ist, untereinander regelmäßig krach zu haben, so stark dieses Gemeinschaftsgefühl repräsentiert.
Der Film stellt das „Oasis-Gefühl“ dar mit emotionalen Aufnahmen, die Fans vor, während und nach den Reunion-Konzerten zeigen, sowie mit Porträts einzelner Fans verschiedener Hintergründe, die ihre Geschichte mit der Band erzählen. Außerdem liefert die Doku Background-Infos und O-Töne von Liam und Noel Gallagher selbst.
Wer bei „Oasis: Don’t Look Back In Anger“ allerdings ausführliche Hintergründe und Enthüllungen zur Reunion erwartet, könnte enttäuscht werden. Die Doku arbeitet nicht umfangreich auf, wie es überhaupt dazu kam, wie die ersten Treffen abliefen, was 2009 genau die Gründe für die Trennung waren – und so weiter. Generell ist der Anteil an Wortbeiträgen deutlich geringer als der an Konzertaufnahmen.
Liam und Noel so nah wie lange nicht mehr
Trotzdem gibt es Aufnahmen von den ersten Proben der wiedervereinigten Band und die ersten Interviews der Brüder gemeinsam seit der Reunion. Das gibt der Doku eine erfrischend-emotionale Note, man erlebt Noel und Liam Gallagher auf sehr persönliche Art und Weise: Noel, der seinen Bruder als „delightful“ bezeichnet oder erzählt, in den ersten 40 Minuten des ersten Konzerts in Cardiff vollkommen nervös gewesen zu sein und kaum gewusst zu haben, wo er war. Liam, mit seiner gewohnten „I don’t give a fuck“-Attitude, der aber gleichzeitig trotzdem irgendwie bodenständig wirkt und wahnsinnig lustig ist.
„Oasis: Don’t Look Back In Anger“ hält zwar keine riesigen Offenbarungen bereit und erfindet das Musik-Doku-Genre auch nicht neu. Dennoch ist es ein großartiger Film, der die einzigartige Reunion-Tour einer einzigartigen Band gerecht repräsentiert, diese erlebbar macht und das „Oasis-Gefühl“ nachfühlbar einfängt.
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