So war der ESC 2025
Am Wochenende versammelte sich – wie das alljährlich nunmal so ist – die Musikbranche Europas (und Australien) zum Eurovision Song Contest. Ausgetragen wurde das Event traditionell im Gewinnerland des letzten Jahres. Für dieses Jahr ging es also in die Schweiz. Und wie es sich für einen gelungene ESC gehört, gab es natürlich reichlich pompöse Shows. Wir schauen uns an, was dieses Jahr wichtig war.
Wer hat gewonnen?
Der Sieger des diesjährigen ESC kommt ganz aus der Nähe. JJ aus Österreich konnte sich mit seinem Song „Wasted Love“ durchsetzen. Die Magie lag vielleicht in dem außergewöhnlichen Touch, mit dem er in den Wettbewerb gestartet ist. Eine Mischung aus Operngesang und Pop war seine Devise, die allem Anschein nach Früchte getragen hat. Der 24-jährige hatte bereits im vorhinein als einer der Favoriten gegolten und für seinen Auftritt selbst ein „Fetzengaudi“ angekündigt. Damit lag er wohl goldrichtig!
Deutschland erneut im Mittelfeld
Für Deutschland ging das Geschwister-Duo Abor & Tynna ins Rennen. Mit ihrem elektropoppigen Song „Baller“ setzen sich die beiden ins Mittelfeld. Platz 15 – von insgesamt 26 Finalisten – erreichten sie. Kritik hagelte es postwendend vor allem an Stefan Raab, der sich in diesem Jahr wieder dem Vorentscheid gewidmet hatte. Nachdem er 2010 mit Lena Meyer-Landrut die Gewinnerin für Deutschland auserkoren hatte, wurde wohl etwas zu viel Hoffnung in seine Hände gelegt. Dabei können Abor & Tynna mit ihrem Austritt wirklich zufrieden sein.
Skandal und Überraschung: Israel beim ESC
Besonders turbulent wurde es in diesem Jahr rund um Israel. Die Teilnahme hatte vor dem Hintergrund des Kriegs im Gazastreifen bereits im Vorfeld für einiges an Protesten und Kritik gesorgt. Dennoch stand am Samstagabend Yuval Raphael, überlebende des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023, auf der Bühne in Basel. Und erreichte auch noch den 2. Platz. Im Nachhinein wurde von mehreren Mediendiensten berichtet, dass wohl eine Attacke auf die Sängerin während des ESC verhindert werden konnte. Aktivist:innen wollten demnach rote Farben – symbolisch für das Blutvergießen – auf Raphael werfen. Stattdessen traf es nun Sicherheitsleute und ein paar der Zuschauer:innen.
2026 findet der ESC also in Österreich statt. Zuletzt war das 2015 nach dem Sieg von Conchita Wurst 2014 der Fall.
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