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So wird auch Country cool: Waxahatchees neues Album „Tiger’s Blood“

Posted in: News
Tagged: Waxahatchee

Die amerikanische Singer-Songwriterin Katie Crutchfield alias Waxahatchee galt spätestens seit ihrem zweiten Album „Cerulean Salt“ aus dem Jahr 2013 als neue Hoffnung der amerikanischen Indie-Szene. Schon damals verband sie hochemotionale Texte mit einem Songwriting, das keine großen Gesten braucht. Über die Jahre justierte sie ihren Sound immer mal wieder ein wenig neu: Auf „Out In The Storm“ drängten die Gitarren hin und wieder mehr nach vorne, was man vor allem an „Silver“ hörte, das Bands wie Dinosaur Jr. zum Vorbild nahm.

2020 wurde ihre Musik trockener

2020, auf „Saint Cloud“, regierten dann vor allem melancholische Klänge: „Fire“ war eine dramatisch gesungene Indie-Ballade, gebettet auf sehr reduzierte Drums und Gitarrenmelodien. Starke Tracks wie „Can’t Do Much“ und „Lilacs“ hatten aber auch damals schon einen dezenten Country-Twang. Das Album markierte nicht nur Waxahatchees endgültigen Durchbruch, sondern auch eine Art Neuanfang: Es war das erste Album, das sie „trocken“ geschrieben hatte. Als sie 17 war, hatte sie zum ersten Mal in ihrem Tagebuch notiert, dass sie nicht mehr so viel trinken wolle. Nun, mit Anfang 30, hatte sie es endlich geschafft.

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Durch und durch Country-Charts-kompatibel

Wie wichtig Country-Musik für ihre Musiksozialisation war, hörte man dann vor allem auf „I Walked With You A Ways“ (2022), das sie gemeinsam mit der Kollegin Jess Williamson unter dem Namen Plains aufnahm. Auf „Tigers Blood“, das soeben veröffentlich wurde, lehnt sich Waxahatchee noch weiter in diesen uramerikanischen Sound. Während Songs wie „Bored“ noch einen Fuß im Indie haben und damit auch Fans von Boygenius und Co. abholen dürften, sind „Ice Cold“, „Burns Out At Midnight“, „Lone Star Lake“ und vor allem „Right Back To It“ mit MJ Lenderman ist durch und durch Country-Charts-kompatibel. Aber warum auch nicht? Spätestens wenn Beyoncé ihr Country-Album veröffentlicht, ist der letzte Staub bierseliger weißer Männer abgeklopft.

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Die Mission, präsent zu sein – im eigenen Leben

Dem wohl leider bald abdankenden Musikmagazin Pitchfork sagte Katie Crutchfield über „Tiger’s Blood“: „Wenn ich versuchen würde, euch diese Platte kurz zu pitchen, würdet ihr sagen: ‚Das klingt verdammt langweilig.‘ Ich sehe mich gerade auf einer lebenslangen Mission, extrem präsent zu sein in dem Alter, in dem ich mich gerade befinde, an welchem Ort in meinem Leben ich auch immer bin, und einfach über diese Dinge zu schreiben, auch wenn sie nach außen hin ein wenig banal erscheinen mögen.“

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Das darf man ruhigen Gewissens als Understatement verbuchen, denn banal sind diese zwölf Songs in keiner Weise. Crutchfields Stimme, die Ehrlichkeit ihrer Lyrics, der immer noch spürbare Edge, der schon ihre frühen Lo-Fi-Songs ausmachte und die Präsenz dieser starken Frau ergeben auf „Tiger’s Blood“ eine Mischung, die auch Country-Skeptiker:innen in die Welt des Pedal-Steel-Twangs ziehen könnte …

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