Spotify Wrapped: Mia Morgan packt aus
Nach langem Warten ist es nun endlich da – Spotify Wrapped. Und während wir uns für unseren krass einzigartigen Musikgeschmack abfeiern oder Freund:innen gegenseitig für Guilty Pleasures roasten, haben manche weniger Grund zum Feiern, nämlich die Musiker:innen selbst. Das findet zumindest Mia Morgan – und mit ihren Gedanken ist sie nicht alleine!
An dieser Stelle soll einmal gesagt werden, wie schön es als Fan und Musiknerd ist, Zahlen zu haben, die einem ein Gefühl dafür geben, was man eigentlich so an Kunst konsumiert. In diesem Jahr ermittelte Spotify sogar ein musikalisches Alter, anhand der Songs, die über das Jahr gehört wurden. Bei all der Musik, die in der Welt umherschwirrt, können Rankings helfen, einen Kompass für die eigene Mediathek auszuloten. Und andersrum ist es für Künstler:innen und Bands wichtig zu sehen, wie viele Menschen ihre Kunst tatsächlich erreicht. „Es ist wunderschön, zu wissen, dass meine Musik euch durch dieses Jahr begleitet hat“, schreibt die Musikerin Mia Morgan in einem Instagram-Post.
Eine Künstler:innen-Kostenrechnung
Trotz der erfreulichen Zahlen, findet Mia Morgan dennoch Worte für die aktuelle Situation, in der sich viele Musiker:innen befinden. Die Künstlerin bittet Fans in ihrem Post, die Unterstützung von Kunstschaffenden auch über Streaming hinaus wirksam zu machen. „Heißt: auf Konzerte kommen (!), die Tickets für diese im Vorverkauf sichern, Tonträger und Merchandise kaufen, Beiträge teilen, kommentieren und euren Freund:innen von uns erzählen.“ Denn wie Mia Morgan erklärt: „Das coole, hedonistische Musikerdasein ist die romantisierte Verklärung einer bitteren Wahrheit: viele von uns leben am Existenzminimum.“ In dem Beitrag rechnet die Musikerin anhand ihres 2025 erschienen Albums „silber“ vor, wie viel Geld Artists auf Streamingplattformen verdienen: „[D]ie Streaming-Einnahmen für alle 13 auf silber befindlichen Songs belaufen sich im Zeitraum von Oktober 2024 bis November 2025 auf 4000€. […] Über 13 Monate verteilt hingegen sind das jedoch jeweils nur an die 307€. Unmöglich, davon zu leben.“
Mia Morgan: „Ohne Kunst kein Leben“
Die Musikerin stellt in ihrem Post fest: „Eine facettenreiche, diverse und alternative kreative Szene ist für eine gute Gesellschaft unabdingbar.“ So findet Mia Worte, die wohl vielen Artists aus der Seele sprechen. Zum Schluss richtet die Künstlerin sich auch nochmal direkt an ihre Hörer:innen: „Ohne Morgang keine Mia – ohne euch kein Ich.“ Und diese Einstellung teilen viele Musiker:innen hierzulande. Online wird Mia Morgans Post in Storys u. a. von Drangsal geteilt und es finden sich zahlreiche zustimmende Kommentare unter dem Beitrag. Zu guter Letzt bleibt also nur zu hoffen, dass sich in Zukunft etwas ändert und Artists und Fans gemeinsam eine gute Zeit haben können: Ein paar Faustregeln, haben wir ja jetzt an der Hand!
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