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Sprints singen in „Adore Adore Adore“ gegen chauvinistische Kritik an

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Tagged: Sprints

Die Sprints sind das vielleicht gerade spannendste Signing im traditionell spannenden Artist Roster des Berliner City Slang Labels. Sängerin Karla Chubb, Gitarrist Colm O’Reilly, Schlagzeuger Jack Callan und Bassist Sam McCann gründeten ihre Band nach einem Konzert der Savages – was wir absolut nachvollziehen können. Wer Jehnny Beth und ihre Bandkolleginnen auch nur einmal im Leben auf der Bühne gesehen hat, verspürt halt diesen Drang, punkige, wütende, melodische Musik zu machen. Auf der neuen Sprints-Single „Adore Adore Adore“ thematisiert Karla Chubb, was das Musikmachen dann so alles mit sich bringt – vor allem, wenn man eine Frau ist. Sie selbst sagt über den Song, er sei „meine wütende, aus dem Bauch heraus gesungene Reaktion auf meine Erfahrungen mit Kritik, Gender und Frauenfeindlichkeit. Die Leute hören nicht auf damit, uns ihre Vorstellung davon aufzudrängen, was eine Frau ist – oder wie eine Frau zu handeln hat, oder wie sie sein sollte. Man kann sich nicht so verhalten, wie man will. Man kann nicht das sagen, was man will. Man muss mit diesem oder jenem Ding geboren sein. Das ist ermüdend.“

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„Ich soll in ihr Schema passen und ihnen das geben, was sie wollen.“

Das Video zu „Adore Adore Adore“ und der Text greifen Karlas besonders exponierte Rolle in der Rezeption der Sprints auf. Im Refrain singt sie wütend: „They never call me beautiful, they only call me insane.“ Dann fragt sie: „Do you adore me? Am I everything you wanted now? Or am I everything you despise?“ Karla Chubbs sagt außerdem über ihre Rolle als Bandleaderin: „Es wird immer noch ein anderer Verhaltensstandard von mir erwartet als von den anderen Mitgliedern in Sprints. Es gibt andere unsichtbare Regeln, an die ich mich halten soll – ich soll in ihr Schema passen und ihnen das geben, was sie wollen – und nicht das liefern, wofür ich hier bin… In einer Zeit, in der die Rechte von Transfrauen angegriffen werden und die Leute versuchen, uns aufzuzwingen, was ihrer Meinung nach eine Frau ist oder sein sollte, ist dies der äußere Ausdruck meiner eigenen Frustration, meines Kampfes und meiner Wut.“

Das Debütalbum der Sprints lässt zwar noch auf sich warten, aber zumindest gibt’s im Spätsommer wieder die Chance, sie live zu erleben – zum Beispiel beim diesjährigen Reeperbahn Festival. Was man sich nicht entgehen lassen sollte, denn die Sprints gelten völlig zu Recht – wie einst die Savages – als eine der mitreißendsten Live-Rock-Bands around.  

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