Streit wegen Kraftwerk-Sample: Deshalb musste Shirin David den Beat von „Hoes Up G’s Down“ ändern
Musik-Nerds und Urgesteine wissen, dass die Düsseldorfer Band Kraftwerk unfassbar wichtig für die internationale Musikgeschichte ist. Die New York Times hat die Band sogar mal als die Beatles der elektronischen Tanzmusik bezeichnet und lag damit vielleicht sogar gar nicht mal falsch. Kein Wunder also, dass sich der Sound von Kraftwerk auch heute noch in Form von Samples wiederfindet. Doch genau das ist ja so ein bisschen das Problem von Samples: Sie werden von den einen gehasst, von den anderen geliebt. Für manche sind sie eine Hommage an das Original, für die anderen nur eine billige Kopie.
Ralf Hütter und Florian Schneider, Gründer der Band Kraftwerk, kennen sich mit dieser Problematik inzwischen bestens aus. Bereits 1997 verwendete Hip-Hop-Produzent Moses Pelham ein zweisekündiges Sample von Kraftwerks „Metall auf Metall“ für den Beat von Sabrina Setlurs „Nur mir“. Die Electropop-Pioniere verklagten ihn daraufhin und der ganze Prozess ging bis vor den europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Bis heute gilt dieser Fall als einer der Präzedenzfälle, wenn es um Urheberrecht in der Musik geht. Die Entscheidung von Kraftwerk kann Moses Pelham jedoch nicht nachvollziehen: „Hip-Hop ist ohne Sampling nicht möglich. Es gibt keine Kunst im luftleeren Raum, es geht immer um die Auseinandersetzung mit anderer Kunst.“
Ralf Hütter ist nun pünktlich zum Neujahrswechsel wieder auf Grund eines Samples auf’s juristische Schlachtfeld gezogen. Seine Gegnerin diesmal: Rapperin Shirin David. Für ihren Song „Hoes Up G’s Down“ aus dem Jahr 2020 soll sie sich am Kraftwerk Song „Die Mensch-Maschine“ bedient haben – ohne die Rechte im Vorfeld geklärt zu haben. Ein offizielles Statement gab es von Ralf Hütter bisher nicht, doch Shirin David schrieb in ihrer Instagram-Story auf Nachfrage, dass sich der Beat von „Hoes Up G’s Down“ verändert habe, „weil Ralf Hütter (Kraftwerk) nicht möchte, dass Shirin David auf seinen Beat Jetski im Pool fährt”.
Auf so einen langwierigen Rechtsstreit wie bei Moses Pelham und Sabrina Setlur hatte Shirin David wohl keine Lust – deshalb könnt ihr ab sofort „Hoes Up G’s Down“ 2.0 auf Spotify und Co. hören. Kleiner Spoiler: Ist vielleicht auf‘s erste Hören ungewöhnlich, scheppert beim zweiten Hören aber ebenso gut wie das Original!
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