DIFFUS

Teer geben mit „Geister, die wir riefen“ ein schauriges Debüt

Posted in: News
Tagged: TEER

Die Primetime aus dem Techno-Club gibt es jetzt auch als EP mit gesungenen Vocals – zumindest könnte man so „Geister, die wir riefen“ von Teer beschreiben. Das mysteriöse Duo veröffentlicht seit Anfang des Jahres Musik und stellt nun auf seiner Debüt-EP einen Sound vor, in dem die Intensität einer Tanzfläche um fünf Uhr morgens auf die Tristesse der Neuen Neuen Deutschen Welle trifft.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


20 Minuten Dsystopie

Teer ist zäh, pechschwarz und riecht schon so giftig, wie er ist. Ein sehr bildlicher Name, der durchaus das Gefühl einfängt, das in der Musik des gleichnamigen Duos mitschwingt. Schon die erste Single „Spiel“, die Teer im Januar veröffentlichen klingt hoffnungslos und dystopisch, wenn sich klagender Gesang über gnadenlos stampfende Kicks erhebt. Dieses Stimmungsbild setzt sich auf der neuen, ersten EP der Newcomer:innen fort, das verrät schon der unheilvolle Titel „Geister, die wir riefen“. Das Projekt beinhaltet fünf Songs und hat eine Spielzeit von knapp 20 Minuten – 20 Minuten, in denen wir nur selten zum Durchatmen kommen.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Club-Sound mit Pop-Momenten

Die schweißtreibende Produktion von Luca Diebold geht Hand in Hand mit den unterkühlten Vocals von Sima Laux. Dabei werden keine Kompromisse gemacht: Die finsteren Techno-Beats und Endzeit-Synthies kommen so hart und dominant, als würden sie über eine sehr gut Club-Anlage abgespielt werden und wären Teil eines stundenlangen Sets. Trotzdem schaffen es Teer aus diesem Sound-Bild ausgewählte Momente zu formen, die in ein Song-Format passen – und leisten damit gewissermaßen Pionierarbeit.

Denn die Nische, die sich Teer ausgesucht haben, ist noch ziemlich leer, obwohl es natürlich einzelne Anknüpfungspunkte gibt.  Schließlich halten auch in der Techno-Szene immer mehr Vocal-Elemente Einzug, während sich Teile der NNDW-Bewegung in eine clubbige Richtug bewegen. Der Gabber-Punk von Brutalismus 3000 kommt stellenweise in den Sinn, die verlorenen Piano-Klänge vom Closer „Plastikrosen“ erinnert an die obskure Musik von Saiya Tiaw. Aber vor allem klingt „Geister, die wir riefen“ unmissverständlich nach Teer – ein Lob, das man über eine Debüt-EP selten aussprechen kann.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.