The Blaze zelebrieren mit „Dreamer“ die schwarze Community im Senegal
Nur wenige zeitgenössische Acts verkörpern die Idee eines audiovisuellen Gesamtkunstwerks so gut wie The Blaze. Die beiden französischen Cousins Jonathan und Guillaume Alric sind genau so Regisseure und Filmemacher, wie auch Produzenten und Sänger und das merkt man den Musikvideos des Duos zu jedem Zeitpunkt an. Nach dem 2018er Debütalbum „Dancehall“ war es lange Zeit still um The Blaze, nun gibt es mit „Dreamer“ ein phänomenales Comeback und ein neues Musikvideo, dass Black Beauty in den Mittelpunkt stellt.
Die perfekte Symbiose aus Bild und Ton
The Blaze sind für ihre Videoproduktionen mindestens genau so bekannt wie für ihre Musik. Warum, erschließt sich schnell, wenn man sich den neuen Clip zu „Dreamer“ anschaut. Entstanden sind die Aufnahmen diesmal in Dakar, der Hauptstadt des Senegals. Schon in den ersten Sekunden fühlt sich das Musikvideo dank bekannter Stilmittel wie ein wohliges „Nach Hause kommen“ an.
Lang anhaltende, melancholische Synth-Flächen, dazu genau so lang gezogene Bilder, von denen jedes ein Foto in einer Ausstellung sein könnte. Die beiden Cousins Jonathan und Guillaume tauchen in den beinahe sechs Minuten kein einziges Mal auf, genau genommen sieht man keine einzige weiße Person – ein erfrischende Abwechslung zur übrigen Musik-Industrie, die auch 2022 noch sehr eurozentrisch gedacht wird. Stattdessen zeigen uns The Blaze mit beeindruckenden Bildern die Energie und Schönheit der Menschen von Dakar, die im Takt zu den pumpenden Electronica-Beats tanzen, singen, feiern, lieben. Gefühle, die universell verstanden werden, genau so wie die simplen Zeilen, die die beiden Cousins im typisch wehmütigen Tonfall wiedergeben: „Open the gate of love to make the stars glow“. Jede kleine Bewegung ist dazu perfekt auf den Rhythmus des Songs abgestimmt und sorgt für eine fließende Synergie zwischen Bild und Ton.
Französische Elektro-Duos haben Tradition
Eigentlich hat Frankreich in Form von Daft Punk und Justice ja schon zwei Power-Duos, die über die Landesgrenzen hinweg ihren Stempel in der Musik-Welt hinterlassen haben. Aber das scheint nicht genug zu sein, denn seit 2017 sorgt mit The Blaze ein weiteres französisches Duo für Aufruhr im Feld der elektronischen Musik. Die beiden Cousins Guillaume und Jonathan Alric versuchen sich weder am klassischen French House von Daft Punk noch an der dramatisch-wuchtigen Spielweise von Justice, sondern bewegen sich auf eigenen, spannenden Pfaden.
„Dancehall“ klingt nicht nach Dancehall
Diese führten sie 2018 zu den melancholischen, flächigen Electronica-Sounds des Debütalbums „Dancehall“, dessen Titel vielleicht etwas irreführend daherkommt. Im Anschluss folgte eine ausgedehnte, internationale Tour, die dem Duo alles abverlangte – und dafür sorgte, dass man eine Pause für unbestimmte Zeit einlegte, um wieder auf die Beine zu kommen. So ganz verschwanden The Blaze aber nicht von der Bildfläche: Guillaume Alric ging in der Zwischenzeit mit seinem Soloprojekt Enfant Sauvage an den Start und veröffentlichte das Album „Petrichor“, mit dem er seinen Wurzeln im ländlichen Burgund nachgeht. Nachdem im Sommer dann schon die Single „Eyes“ erschien, scheint es jetzt mit „Dreamer“ endlich auch bei The Blaze wieder weiterzugehen – vielleicht ja sogar mit einem neuen Album im nächsten Jahr? Darauf deutet auch die frisch angekündigte Tour hin, die das Duo für eine Show auch nach Deutschland bringt.
The Blaze live in Berlin – präsentiert von DIFFUS
31.03.23 Velodrom, Berlin
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