Tiefbasskommando trennt sich nach Vorwürfen von Rapper Eisberg
„Eisberg ist nicht länger Teil von Tiefbasskommando.“ Mit diesem Satz hat das Berliner Kollektiv heute in einem Instagram-Post die Trennung von seinem Mitglied Eisberg bekanntgegeben. Als Begründung führt die Band Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und das Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen an – das werde unabhängig davon verurteilt, von wem es ausgehe, ausdrücklich auch aus den eigenen Reihen.
Was die Band sagt – und was nicht
Konkreter wird das Statement nicht. Betroffene Personen hätten in der Aufarbeitung Vorrang vor der Band und vor allen anderen Interessen, heißt es weiter. Man befinde sich in einem professionell begleiteten Aufarbeitungsprozess. Aus Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte aller Beteiligten würden bestimmte Inhalte vorerst nicht öffentlich verhandelt, eine ausführlichere Stellungnahme solle folgen, sobald der Prozess das zulasse. Kommentare unter dem Instagram-Post bleiben offen, Mobbing und Doxing wolle man aber nicht dulden.
Vorwürfe kursieren seit Wochen
Befeuert wurde die Entwicklung vor allem durch Vorwürfe, die seit Wochen unter anderem auf Instagram und Reddit kursieren. Schon Ende April hatte Eisberg selbst in einer Instagram-Story eigenes Fehlverhalten eingeräumt, seinen Drogenkonsum als Mitursache genannt und eine Auszeit vom Festivalsommer angekündigt. Im September 2025 hatte die Band zudem Tracks mit einem früheren, nie offiziell zur Crew gehörenden Mitwirkenden nach Gewaltvorwürfen von den Streamingplattformen genommen.
Update, 6. Juli 2026
Eisberg hat sich inzwischen mit einem ausführlichen Statement zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Darin räumt der Rapper ein: „Ich habe über die letzten 5 Jahre meine Macht als Rapper ausgenutzt.” Aus „sexuellem Interesse” habe er weibliche Fans über Instagram kontaktiert und bestätigt zudem sexuelle Kontakte mit mehreren volljährigen, teilweise „noch sehr jungen” Fans. Gleichzeitig betont er: „Ich habe nie gezielt Minderjährige angeschrieben.” Sollten Gespräche ergeben haben, dass eine Person minderjährig gewesen sei, habe er den Kontakt nach eigenen Angaben sofort beendet. Außerdem erklärt Eisberg, eine interne Regel von Tiefbasskommando missachtet zu haben, die intime Beziehungen zu Fans ausschließen sollte.
Als Konsequenz kündigt Eisberg an: „Ich begebe mich in stationäre Therapie”, werde seinen Entzug von Alkohol und anderen Drogen fortsetzen und sich „auf unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurückziehen”. Zudem sei eine unabhängige, vertraulich betreute Anlaufstelle für Betroffene eingerichtet worden, auf deren Informationen er „keinerlei Zugriff” habe. Abschließend entschuldigt sich der Rapper „bei allen Menschen, die Schaden davongetragen haben”, und bezeichnet den begonnenen Aufarbeitungsprozess als „noch lange nicht abgeschlossen”.
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