Torky Tork, Audio88 und Dendemann widmen sich in ihrem neuen Song den „Drogen“
Nanu, wie kommen diese drei Gestalten denn zusammen auf einen Track? Fangen wir mal bei Torky Tork an, der zieht hier nämlich die Fäden: Der Produzent hat schon für etliche Namen im deutschen Hip-Hop Beats serviert und nutzt diese Reichweite jetzt schon zum zweiten Mal für ein Producer-Album: „Aka der Coach II“ versammelt wie schon sein Vorgänger eine lange Liste an illustren Gäst:innen (19, um genau zu sein), egal ob Rapper (Fatoni, Longus Mongus) oder Co-Produzent:innen (Josi Miller, Florida Juicy). So trifft es also auf der fünften Vorab-Single „Drogen“, auch zwei Veteranen des Deutschrap: zum einen Audio88, der schon lange mit Torky Tork zusammenarbeitet, zum anderen Dendemann.
Das erfreut natürlich besonders, denn, wer Dende schon länger verfolgt, weiß: Er droppt selten, aber wenn, dann knallt’s. Und er bildet allein stimmlich so einen starken Kontrast zu Audio88, dass sich die beiden einfach sehr gut ergänzen: Dende grummelt missmutig mit seiner Reibeisen-Stimme, im Vergleich schreit Audio88 schon eher, in einer deutlich höheren Tonlage. Beide passen aber wunderbar über Torkys schummrig groovigen Beat, der durch einen tiefen Bass und unbehagliche E-Gitarren-Samples überzeugt. So verklatscht wie der Titel des Songs eben.
„Nüchtern betrachtet ist die Welt kaum zu ertragen“
Dieser zeigt schon trocken und unverblümt, um was es im Song geht: „Drogen“, kein neues Thema für Hip-Hop, aber wer denkt, diese zwei Rapper könnten das Thema nicht spannend behandeln, liegt gehörig falsch. Auch wenn Dendemann spittet: „Ich bin entspannt, yo, nehmt das, wo ihr Bock drauf habt / Leb‘ in ‘nem Land, wo aus fast jedem Arsch ‘n Stock rausragt“ – glorifiziert wird hier gar nichts, vielmehr geht es um alles, was rund um dieses Thema schiefläuft. Sei es in Dendes Verse der Missbrauch von Substanzen, um den Tag rumzukriegen, oder bei Audio88 die Kritik an der Drogenpolitik Deutschlands. Und lyrisch gibt es da natürlich einige Perlen wie „Was liefert der Keta-Ring / Catering?“ oder „Nüchtern betrachtet ist die Welt kaum zu ertragen / Deshalb gibt es Brot und Klaren bei uns auch im selben Laden“.
Torky Tork beweist hier wieder einmal, dass er ein Ohr für ideale Pairings hat. Egal ob Dienstälteste:r oder Newcomer:in, ob Hip-Hop oder nicht, sie alle werden auf dem neuen Album versammelt. Somit kann man nur voller Vorfreude auf den 10. März warten, wenn „Aka der Coach II“ erscheint.
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