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Tosha: Zwischen klaren Lines und Overthinking

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Dass Tosha aus Berlin kommt, hört man sofort: direkt, ungeschönt, manchmal kühl, aber immer nah dran. Ihre ersten Songs veröffentlicht sie 2022 und macht den klassischen DIY-Start: ausprobieren, releasen, weitermachen. Was früh auffällt: Sie schreibt extrem bildhaft. Keine austauschbaren Lines, sondern Gedanken, die sich anfühlen wie flüchtige Notizen aus dem eigenen Kopf. Auf Instagram formuliert sie es selbst ziemlich treffend: „Alles, was ich dir nicht sagen kann, hab ich in Tracks gepackt.“

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Tosha: Vom Geheimtipp auf Festivalbühnen

Was dann relativ schnell passiert: Die ersten echten Meilensteine. Tosha gewinnt 2024 den „Warsteiner Talents of San Hejmo“-Contest – gegenüber 200 anderen Acts. Ein Moment, der ihr nicht nur Aufmerksamkeit bringt, sondern auch zeigt, dass ihr Sound live funktioniert. Danach geht’s weiter: Clubshows, dann Festivalbühnen auf dem splash! und dem c/o pop oder auch auf der Unreleased Berlin Bühne hat sie sich schon bewiesen.

Toshas Sound? Das sind tiefe, rollende Bässe, cleane, teilweise fast kristallklare Trap-Produktionen über denen ihre Stimme schwebt – irgendwo zwischen Autotune und Deadpan-Delivery. Was sie besonders macht: diese Balance. Ihre Tracks bewegen sich ständig zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Zwischen „ich hab alles im Griff“ und „eigentlich gar nicht“.

Songs wie „Porzellan“ zeigen das buchstäblich: Es geht nicht nur um Herzschmerz, sondern um emotionale Abhängigkeit und Manipulation. Schwerer Stoff, aber nicht überdramatisiert, sondern fast nüchtern erzählt. Gleichzeitig schaffen es Tracks wie „Mon Ami“, diese innere Zerrissenheit fast schon ironisch zu spiegeln: „meine Grillz lächeln, weil ich kann’s grad selber nicht“ ist so ein Satz, der sofort hängen bleibt.

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„EVERMIND“: Wenn Gedanken kein „Egal“ kennen

Mit ihrer aktuellen EP „EVERMIND“, bringt Tosha diesen inneren Kosmos ziemlich klar auf den Punkt. Der Titel beschreibt einen Zustand, in dem es kein „Nevermind“ gibt – also kein Abschütteln, kein Egal. Jeder Gedanke bleibt, alles wird durchdacht, gefühlt, weitergedreht. 

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Das Outro „Evermind Loner“ ist dabei ein Schlüsseltrack. Lines wie „Ich check, Leben ist ein Test, für den ich nie richtig gelernt hab“ zeugen vom Gefühl der Überforderung. Gleichzeitig geht es um Grenzen, die man zu spät zieht, um Angst vor Ablehnung und das Alleinsein im eigenen Kopf, aber auch darum, irgendwann für sich selbst einzustehen. 

Und dann ist da noch „Keine Phase“ – vielleicht einer der persönlichsten Momente der EP. Tosha postet dazu alte Kindervideos von sich, wie sie singt, mit der Unterschrift: „Das ist bestimmt nur eine Phase mit diesem Sing-Sang.“ In der Caption dann: „Ja stimmt schon, ist jetzt eher Rap geworden! Sie wär stolz drauf.“ Das sagt ziemlich viel darüber aus, wie lange Musik schon Teil von ihr ist. Und der Song selbst machts dann klar: Zweifel sind da, aber aufhören ist keine Option – das hier ist schon lange keine Phase mehr.

Tracks wie „Ciao Bella“ bringen nochmal eine andere Seite rein: sassy, ironisch, selbstbewusst. Weniger Grübeln, mehr Haltung. Während „Keiner weiß“ den Blick eher nach vorne richtet. Genau diese Mischung macht die EP und Toshas Songs stark: Ein ehrlicher Einblick in ihre Gedanken, irgendwo zwischen Unsicherheit und Selbstbewusstsein. Oder wie sie es selbst auf Instagram beschreibt: der Ort, wo „der Kopf manchmal stärker als das Herz ist“.

Genau da holt Tosha gerade viele ab – irgendwo zwischen Overthinking und dem Versuch, trotzdem klarzukommen. Und während ihr Sound immer größer wird, bleibt genau das ihr Kern. Wir sind gespannt, wohin sie das als nächstes trägt.

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