Treibender Noise Rock: Das neue Album von Rome Is Not A Town
Wer bei „Rome Is Not A Town“ panisch auf Google Maps nach der italienischen Hauptstadt sucht, sei unbesorgt: Die gibt es nach wie vor. Aber auf genau diesen Namen hört eine vierköpfige Post-Punk-Band aus dem schwedischen Göteborg, die man auf dem Schirm haben sollte. Im vergangenen Jahr hat das Quartett die EP „Living in the waitlist“ veröffentlicht, nun folgt mit „Tender Arms Power Heels“ ein neues Album mit noisig-knirschender Gitarren-Musik.
Kajsa Poidnak, Susanna Brandin, Caroline Kabat und Emma Wättring mögen es laut und erinnern mit ihrem experimentellen, intensiven Rock an die Riot-grrrl Bewegung der 90er Jahre. Das findet zumindest Thurston Moore, Sänger der Band Sonic Youth, der bekennender Fan der Schwedinnen ist. Ein Ritterschlag, den Rome Is Not A Town sicher dankend annehmen.
„Tender Arms Power Heels“ zählt nur neun Songs und eine halbe Stunde Spielzeit – in der den Hörer:innen aber einiges um die Ohren gefetzt wird. Übersteuerte Gitarren, Drums, die nach vorne treiben, eine Maschinerie, die läuft und läuft, bis auch die letzten Boxen qualmend kapitulieren. Dazu kommt Kajsas Gesang, der mal in Lethargie und Nihilismus („Lullaby“) abdriftet oder mit energetischer Attitüde („Daydreamer“, „Deep Pockets“) voll aufdreht und jedes Wort wie eine Fischgräte ausspuckt.
„Tender Arms Power Heels“ beweist, dass Post-Punk eben nicht nur der verschlafene kleine Bruder vom klassischen Punkrock ist, sondern eigene Qualitäten mitbringt – und man Göteborg als Standort für wegweisende Indie-Musik nicht unterschätzen sollte.
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