Tut mir Leid, Ms. Jackson: Pashanim hat schon wieder einen Hit gezaubert
Am Mehringdamm tut sich was: Nachdem Pashanim vor gar nicht so langer Zeit mit „Bagchaser Can“ seinen Hang zu Indie-Gitarren bewiesen hat, baut er diese Seite seiner Musik mit einer neuen Single weiter aus. „Ms. Jackson“ kommt wieder mit Bad Boy-Melancholie, einem verspielten Video – und natürlich der titelgebenden Outkast-Referenz.
Ein Rap-Evergreen bekommt einen Namensvetter
„I’m sorry, Miss Jackson, ooh / I am for real / Never meant to make your daughter cry / I apologize a trillion times“ – Zeilen, die so ziemlich jede:r mitsingen kann, ob nun Rap-Fan oder nicht. „Ms. Jackson“ vom Hip-Hop-Duo Outkast aus Atlanta ist ein absoluter Evergreen, der viele Menschen über mehrere Generationen hinweg geprägt hat. So scheinbar auch Pashanim, der dem Klassiker mit seiner neuesten Veröffentlichung kurzerhand einen Namensvetter beschert.
Auch er entschuldigt sich bei einer fiktionalisierten Mutter dafür, dass seine Qualitäten als Schwiegersohn eher speziell sind. „Deine Mama hört mein’ Song und fragt: ‚Wer hat das komponiert?‘ / Ich hab das im Taxi geschrieben für ihre Tochter, Ms. Jackson / Ich bin aus Kreuzberg 61 und ein Rockstar, Ms. Jackson / Und für die Pradas mussten Brüder ihre Simkarte wechseln / Wie viele Hindernisse mussten wir schon hinter uns setzen?“. Wie so oft nimmt uns Pashanim dabei mit gekonnten Sprachbildern mit in seine eigene Welt, die er mit seiner wachsenden Diskografie immer weiter ausmalt, ohne dabei an Authentizität einzubüßen.
Eastereggs überall
Die Lyrics sind mit Querverweisen auf andere Hits aus dem eigenen Repertoire gespickt: Sie trägt EA7, er „Doppel G“, wie der Pasha-Song. Auch das Musikvideo ist dank solcher Details äußerst sehenswert: Der Shot vom U-Bahn-Fahrplan zeigt nicht nur zufällig des Ausschnitt zwischen Mehringdamm und Südstern – schließlich hat hier Southstar neben Sebo und Sira am Beat mitgewirkt, der eine erstaunlich stimmige Symbiose aus Indie und DnB herstellt. Die Kino-Plakate vor denen Pashanim mit Gang posiert, werben mit Sicherheit ganz bewusst für „La Haine“, der mindestens genauso einflussreich war wie Outkasts „Ms. Jackson“, nur eben auf eine andere Art und Weise. Die schönste Anspielung findet sich allerdings im Cover: Hier posiert Pasha lässig wie eh und je für ein Spiegelselfie – um den Hals eine „Iced Out Flasche Saka-Wasser, VVS“, die er sich auf „Sommergewitter“ noch gewüscht hat. Wenn das mal nicht Full Circle ist…!
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