Tyler, The Creator veröffentlicht sein achtes Album „Chromakopia“
Lange haben wir es uns gewünscht und dann ging es auf einmal ganz schnell: Heute ist „Chromakopia“, das achte Studioalbum von Tyler, The Creator erschienen. Damit knüpft der Rapper, Produzent, Designer und Entrepreneur an den Vorgänger „Call Me If You Get Lost“ aus dem Jahr 2021 an. Der Musikindustrie und ihren starren Regeln und und Marketingstrategien zeigt Tyler mit seiner Rückkehr den Mittelfinger: „Chromakopia“ erscheint nicht wie branchenüblich an einem Freitag, sondern eben schon heute – und hat damit unsere gesamte Aufmerksamkeit.
Ein eigener Mikrokosmos in Sepia
Um den Release von „Chromakopia“ hat Tyler, The Creator eine aufwändige Kampagne gestrickt, die schon im Vorfeld Einblicke in das Projekt bot. In den Musikvideos zum Intro-Song „St. Chroma“, „Noid“ oder zuletzt „Thought I Was Dead“ nimmt der Rapper ein neues Alter Ego an: eine mysteriöse Gestalt mit einer Kunststoff-Maske vor dem Gesicht und einer kuriosen, gespaltenen Frisur auf dem Kopf. Die Visuals sind in Sepia-Tönen gehalten, nur an vereinzelten Stellen taucht Tyler seine Welt in Farbe und nimmt so ganz gezielt Bezug auf den Titel des Projekts, in dem schließlich „chroma“, das griechische Wort für Farbe steckt.
Auch musikalisch zeigt Tyler sowohl neue, als auch bewährte und beliebte Facetten: Vom rumpeligen, DJ Drama produzierten Boom-Bap von „Call Me If You Get Lost“ wendet er sich eher zurück zum Neo-Soul von „Flower Boy“ und „Igor“. Dazwischen blitzt dann immer wieder der experimentelle, harsche Sound von „Cherry Bomb“ durch – ein Album, für das Tyler seiner Zeit viel Gegenwind von seinen Fans bekommen hat. Außerdem beinhaltet „Chromakopia“ ein Sample von der Zamrock-Band Ngozi Family, Features von Childish Gambino, Sexyy Red und vielen weiteren, einen Seitenhieb an seine Odd Future-Kollegen und unzählige andere Details, die sich uns vermutlich erst in den nächsten Tagen erschließen werden.
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