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Überraschende Fortsetzung: Gerard veröffentlicht „Blausicht 2“

Posted in: News
Tagged: Gerard

Seien wir ehrlich: Die XOXO-Ära hat einige Alben hervor gebracht, die aus heutiger Sicht nicht besonders gut gealtert sind. Als zeitloser Klassiker hat sich hingegen über die Jahre „Blausicht“ von Gerard bewährt. Die reflektierten Zeilen, die Wortspielereien und die kühle, elektronische Produktion treffen einfach einen gewissen Nerv – damals wie heute. Umso schöner war an diesem Freitag die Überraschung beim ersten Blick auf die neuen Releases: Gerard hat nach langer künstlerischer Pause still und heimlich den Nachfolger „Blausicht 2“ veröffentlicht.

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Gerald Hoffmann: Musiker, A&R und Autor

Wer sich dieser Tage mit dem Österreicher Gerald Hoffmann beschäftigt, wird nicht unbedingt auf einen Rapper stoßen: Kürzlich ist er unter die Autoren gegangen und hat mit „Ich hasse meine Freunde“ sein Romandebüt gefeiert, seit 2020 ist er außerdem als A&R bei Four Music tätig und mischt so hinter den Kulissen der Musik-Industrie mit. Man sollte sich von diesem neuen Karriere-Weg allerdings nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass Hoffman unter dem Künstlernamen Gerard lange Zeit selbst in der Szene aktiv war. Insbesondere sein 2013 erschienenes Album „Blausicht“ ist hier zu erwähnen und bot seiner Zeit eine elektronisch eingefärbte Ergänzung zum melancholischen Rap-Entwurf von Zeitgenossen wie Casper oder Prinz Pi.

Mit „Neue Welt“ und „AAA“ lieferte Gerard zwei weitere, sehr gute Alben ab, so ganz kam er aber nicht mehr an die Erfolge von „Blausicht“ heran. Bis 2019 erschienen dann noch einige einzelne Singles, bevor sich Hoffmann auf seine neue Position als A&R fokussierte und seine eigene Musiker-Karriere auf Eis legte – vor erst. Dass Gerard noch einmal zurück kehren würde und dann gleich noch mit einem direkten Nachfolger für den Meilenstein in seiner Diskographie? Unvorstellbar! Doch genau das ist nun passiert. 

Bewährte Singles und neue Songs

„Blausicht 2“ wartet mit zehn Songs auf, wobei davon nur fünf tatsächlich neu sind. Denn die zweite Hälfte des Albums beinhaltet alle Singles, die Gerard seit seiner letzten Platte 2017 veröffentlicht hat. Dabei fällt auf: Stücke wie „Voneinander weg“ oder „Wach“ sind zwar sehr gut gealtert, trotzdem fällt ein gewisser Kontrast zu den aktuelleren Songs auf der A-Seite auf. Das liegt vor allem an den hier verwendeten zeitgeistigen Sounds, die klar im Jahr 2022 verortet sind. So zum Beispiel die Electronica-Breakbeats à la Bicep oder Fred Again.. auf „Was Du Für Mich Warst“, die gepitchte Hook von „Sieben Acht Nächte“ oder der technoide Schwenk Richtung Dancefloor mit „Broken Hearted In The Sun“, der ein wenig an Southstars „Miss U“ erinnert.

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Feeling Blue

Trotzdem haben beide Hälften einen gemeinsamen Nenner, der sie zusammen kittet: Die Klangfarbe Blau, ein kühles, metallisches Blau, wie von der Iris, die uns vom Cover aus anstarrt. Diese Farbe klingt durch jeden drückenden Synthesizer, durch die flatternden Trance-Vocals und durch Gerards textliche Momentaufnahmen. Auch beinahe zehn Jahre nach „Blausicht“ hat der Rapper sein Talent, uns in seinen Kopf mitzunehmen, längst nicht verloren. Bestes Beispiel: Der Song „Angst“. Er verhandelt zum einen Treue und Bindungsängste im Allgemeinen, erzählt aber auch eine konkrete Situation in Echtzeit nach. Dadurch rücken Gerards Erzählungen auf greifbare Nähe heran und veranschaulichen komplexe emotionale Zustände. Kleines Schmankerl on top: Immer wieder referenziert der Rapper mit einzelnen Zeilen sein eigenes Werk, am auffälligsten vielleicht mit dem Opener „Blausicht 2“. Denn auch wenn der Song sich musikalisch von seinem Vorgänger unterscheidet, hat sich auch nach einer Dekade am titelgebenden Motto nichts verändert: „Aufstehen, rausgehen, Blausicht filtern!“.

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