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„Unsere Liebe ist wie Tegel, Gibt keine Flieger mehr in Tegel“: Ein Lovesong der etwas anderen Sorte

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Dass der neue Hauptstadtflughafen BER jemals seine Türen öffnet, grenzte bis vor wenigen Monaten noch an ein Ding der Unmöglichkeit. Die Pleite eines Planungsbüros, ein extrem kalter Winter und neue EU-Richtlinien für Gepäckkontrollen, die weitere Baumaßnahmen erforderten, führten im Juni 2010 dazu, den ursprünglichen Eröffnungstermin (2011) zu verschieben. Doch mit der Verzögerung begann der Fluch des BER, der die Eröffnung des Flughafens nicht nur um ein, zwei oder drei Jahre verlängerte, sondern sage und schreibe für neun Jahre Verspätung sorgte. Geprägt von Pannen, Pfusch, Kostenexplosionen und insgesamt sechs geplanten Eröffnungsterminen konnte den Bau aber tatsächlich in diesem Jahr abgeschlossen werden. Am 31. Oktober wurde das sechs Milliarden schwere Bauprojekt nun also im Süden Berlins eröffnet, sorgte damit allerdings für geteilte Meinungen. Auch wenn der Bau des BER und die damit einhergehende „Vergrößerung“ des Flughafens Schönefeld unter anderem auf der Tatsache beruhten, hunderttausende Berliner Einwohner vom Fluglärm im Nord-Westen der Hauptstadt zu befreien, bedeutet das für den Flughafen Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ die Schließung (8. November), der nicht jeder Berliner so positiv ins Auge blickt. Doch da Nostalgie, Wehmut und Traurigkeit in Kombination nahezu das Geheimrezept für bittersüße, melancholische Musik sind, machen die beiden (Wahl-)Berliner Vivi und Alexander aus der (für sie) schlechten Nachricht, einen sphärischen RnB-Lofi-Track mit Tiefgang, der schon einen ersten Einblick auf die Ende 2020 erscheinende gemeinsame „Catfish“-EP geben soll. „Tegel“ ist trotz der behandelten Problematik aber keineswegs ein politischer Protestsong, sondern setzt die Flughafen-Thematik verspielt ein, um einen originellen Lovesong zu kreieren. Passend dazu erscheint heute auch das spontan entstandene Musikvideo zum Song, das durch seinen Home-Video-Charakter die persönliche Message, die hinter der Entstehungsgeschichte des Songs steckt, mehr als verdeutlicht.

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