Newcomerin Valentin setzt in „Britney“ ein Zeichen gegen häusliche Gewalt an Frauen
Schon seit jeher ist häusliche Gewalt ein riesiges Gesellschaftsproblem und die Dunkelziffern verheerend. In der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise wurden rund drei Prozent der Frauen in Deutschland zu Hause Opfer körperlicher Gewalt. Weitere 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt. Das ergab eine repräsentative Studie von der TU München und dem RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Der Terror in den eigenen vier Wänden hinterlässt bei den Frauen tiefe Narben. Depressionen und Angstzustände sind die Folgen, mit denen einst auch die Musikerin Valentin zu kämpfen hatte, die nun mit ihrer neuen Single „Britney“ erstmals offen über diesen Teil ihrer Vergangenheit singt. „Ich wurde so manipuliert, dass ich mir sicher war, ich muss daran schuld sein, dass ich verdient habe, was mir angetan wird“ sagt die Wahlberlinerin und erklärt, warum es so schwer ist, aus dieser Horror-Situation zu entfliehen. Hannah Valentin kommt aus Heidelberg und ist in einer Musiker-Familie aufgewachsen. Sie lernte klassische Klarinette und Pop-Gesang. 2010 zog es sie nach Berlin, wo sie als Schauspielerin arbeitete und malte. Vor allem durch die Eindrücke, die sie in den Berliner Techno-Clubs sammelte, fand sie 2017 wieder Zugang zu Musik. Seitdem kämpft die Mutter einer zweijährigen Tochter, die außerdem an Multiple Sklerose erkrankt ist, mit ihrer Musik für die Sichtbarkeit von Minderheiten wie der LGBTQ+-Gemeinschaft, jungen MS-PatientInnen oder jetzt für Frauen, die häusliche Gewalt erfahren. Wie auf ihrer Debüt-EP „Alibi“ und ihren veröffentlichten Singles geht sie auch in „Britney“ das so ernste Thema mit ihrem futuristischen Techno-Pop-Sound an. „Schlag mich, Baby, noch einmal. Dann töt‘ ich dich! Ich töte dich“ singt Valentin in dem neuen Song. Was in dem musikalischen Rahmen fast schon wie eine provokative sexuelle Anspielung klingt, drückt in Wirklichkeit Valentins vollkommene Verzweiflung an einem Problem aus, was traurigerweise noch lange nicht gelöst ist.
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