Videopremiere: Children interpretieren „Männer“ von Grönemeyer neu.
Geschlechterrollen und die Kritik an diesen Strukturen sind keine Trenderscheinungen, die erst im 21. Jahrhundert aufkamen. Die vielleicht gewaltigste Stimme Deutschlands, Herbert Grönemeyer, setzte schon 1984 mit seinem Song „Männer“ ein schelmisches Statement, das die Rolle des Mannes in unserer Gesellschaft auf’s Korn nimmt. Pünktlich zum weltweiten Tag der Frau nahm sich das Retropop-Duo Children ebenjenen Song ihres Labelchefs und verpassten ihm einen frischen Anstrich.
Children – Männer
Das Cover von Steffi Frech und Laura Daede entstand ursprünglich aus einer Schnapsidee heraus, während die beiden ein Interview gaben und Jokes darüber gemacht haben, „Männer“ zu covern. Aus Witz wurde schnell ernst und das Ergebnis kann sich sehen, bzw. hören lassen. Die weichen Synthies, sanfte Melodien und der Gesang der beiden Frauen lassen den Grönemeyer-Klassiker in neuem Retropop-Licht erstrahlen und geben dem Inhalt eine weitere Ebene. Auch das Video versprüht einen gewissen Charme und zeigt Steffi und Laura beim nächtlichen Herumtollen durch Berlin. Im Clip wurden auf verrückte Effekte und Animations-Spielereien verzichtet, was ihm aber überhaupt keinen Abbruch tut. Es macht mindestens genau so Spaß wie das Cover, aber überzeugt euch am Besten selbst davon.
Zu ihrer Neuinterpretation haben Children übrigens Folgendes zu sagen: „Es gibt ein neues Selbstverständnis von Frauen eigene Musik zu schreiben, selbst zu produzieren und auch zu veröffentlichen und auch viele neue freshe weibliche Künstlerinnen, aber auch männliche Künstler, die ein neues Männerbild repräsentieren. Trotzdem fehlt es in den entscheidenden Positionen in der Musikbranche (A&R, Managements, Head of Booking), aber auch auf der Bühne insgesamt an Diversität, nicht nur hinsichtlich Geschlechtern. Wir sind eine Generation, die mit stereotypen Rollenbildern in der Nachwendezeit aufgewachsen ist und hätten uns sehr über mehr weibliche Künstlerinnen, die nicht nur auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet sind, die Instrumente spielen, die im Studio arbeiten, die auf Bühnen ihre Musik spielen als Vorbilder gefreut. Zum 8. März kapern wir daher die Hymne auf den Mann, schicken einen Gruß an alle Schwestern und wünschen allen Freunden der Gleichberechtigung einen Happy Frauentag!“
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