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Videopremiere: Click I Click und Najeh huldigen mit „Art Boi Sin“ der queeren Techno-Szene von New York

Posted in: Premieren

„Art Boi Sin“ ist eine Zusammenarbeit von zwei umtriebigen Figuren in der Berliner und Hamburger Dance-Szene: Click I Click und Najeh. Letzterer ist Teil der Café Soda-Crew sowie Resident DJ im Hamburger Club PAL, über dessen eigenes Label LAP die neue Single gemeinsam mit drei weiteren Tracks erscheint. Click I Click hat hingegen schon diverse eigene Labels an den Start gebracht: Kassette Records, Palms & Flamingos und zuletzt 2019 Adult Entertainment, was weniger mit Schmuddelfilmen, sondern viel mehr mit Acid Techno, House und Electro zu tun hat. Sowohl Najeh als auch Click I Click haben sich im bisherigen Lauf ihrer Karrieren durch unzählige Clubs in unzähligen Ländern gespielt. Dabei haben sie einen jeweiligen Signature Sound entwickelt, der nun auf der gemeinsamen Vinyl zusammentrifft.

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Auf Acid programmiert

„Art Boi Sin“ beginnt wie viele der besten Dance-Tracks der letzten Jahre und Jahrzehnte: mit einer stumpfen, brutalen Kick, die auf unser Trommelfell einhämmert. Dann kommen Vocals dazu, die zunächst die drei titelgebenden Begriffe wie ein Mantra referieren: „Art, Boy, Sin“, und dann um weitere Worte ergänzen. So entstehen immer neue Kombinationen, denen unser Verstand beim Hören eine tieferen Sinn entlocken will. Dabei klingt das teilweise fast, als würde eine KI versuchen, uns einen geheimen Techno-Code zu übermitteln: „Sin, As, If, As, If, Sin, As, If, Boy, Art, Boy, As“.

In Musik übersetzt klingt das scheinbar nach dem bewährten Acid-Zwitschern der Roland 303, das Brodeln bleibt aber immer knapp unter der Oberfläche und zeigt sich nie in seiner ganzen Bösartigkeit. Bis auf einige präzise Synth-Stabs braucht dieser rohe Techno-Banger keine weiteren melodischen Elemente. Stattdessen überladen Click I Click und Najeh die stampfende Kick mit immer mehr Percussion, eine endlose Reise zum Climax, wie sie sich für einer gute Clubnacht gehört.

Giftgrün und Pechschwarz

Passend zum toxischen Acid-Blubbern ist auch das Musikvideo zu „Art Boi Sin“, das von Of Like Mind unter Regie von Jonas Naue und Kinky Sundays-Gründer Thorsten Junge produziert wurde, in Giftgrün getaucht. Vor dieser fast schon blendenden Farbe zeichnen sich schwarze Silhouetten ab, nackte Haut, glänzender Schmuck und Leder im unheilvollen Wiederschein. Mit diesem Video soll der queeren Party-Szene in New York gehuldigt werden, denn auch wenn Techno dort heute nicht unbedingt Mainstream ist, haben die Stadt und ihre Subkultur eine bedeutende Rolle darin gespielt, wie Techno gehört und gefeiert wird.

Die Zeiten, in denen die queere Community von New York, angespornt vom britischen Summer Of Love, ihre Apartments zu Acid-Beats in Schweiß tränkte, sind wohl vorbei. Aber wenn man das zeitlose Techno-Mantra von „Art Boi Sin“ hört, hat man die ausgelassenen Parties wieder vor Augen – und kann sich sicher sein, dass die Selectors dieser Zeit sich nach dieser Platte die Finger geleckt hätten.

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