Videopremiere: Die „Hoffnung Stirbt“ bei OK KID in drei Akten
Die Hoffnung stirbt zuletzt – das alt bekannte Sprichwort dürfte in unseren politisch-frustrierenden Zeiten vielleicht genau den Halt und Optimismus geben, den wir aktuell brauchen können. Die vielen Krisen, die unsere Nachrichten dominieren, machen nämlich nicht so wirklich Hoffnung. Was aber Hoffnung macht, sind OK KID. Das Trio aus Gießen liefert mit „Hoffnung Stirbt 1-3“ ihr erstes musikalisches Lebenszeichen nach zwei Jahren.
Tragen OK Kid die Hoffnung zu Grabe?
Vogelperspektive, eine verschneite Wiese und drei weiße Kreuze. Die Worte „Die Hoffnung und da bin ich mir sicher, kann unmöglich sterben“ ertönen und läuten die Song-Trilogie „Hoffnung Stirbt 1-3“ ein. Das gesprochene Intro stammt von Autor und Musiker Max Richard Leßmann und setzt damit auch den Ton für die nächsten Minuten. Die Kamera zoomt raus und OK KID – Jonas, Moritz und Raffi – laufen zu den Kreuzen, mit Blumensträußen in den Händen. „Ich hab’ gesehn’ wie die Hoffnung stirbt / Sie schläft mit ’nem Lächeln ein / Dachte immer sie nimmt mich mit“, singen OK KID und bleiben für den Moment einfach nur zu dritt – vermeintlich ohne Hoffnung. Aber nur wenige Sekunden später gesellen sich für einen kurzen Augenblick noch weitere Menschen zu Jonas, Moritz und Raffi.
Die übersteuerten Sounds, wabernden Klangfelder und epischen Synths, die Fans schon von früheren Songs des Trios kennen, bleiben auch in der neuen Ära nicht aus. Der neue Track ist dabei aber deutlich ruhiger und zurückhaltender, zumindest was die erste Hälfte angeht. Danach kommt die gewohnte OK-KID-Manier durch und der Jonas‘ Sprechgesang wird getragen von dem eingängigen, elektronischen Instrumental. OK KID finden dabei Worte für ein Thema das oft entmutigt: „Es ist wieder Winter in der Stadt, es ist laut, wie Parolen / Es waren ein paar verwirrte Menschen, mittlerweile sinds Millionen“.
Die Band setzt sich mit dem wachsenden Rechtsruck in Deutschland auseinander und gibt Hörer:innen zumindest mit ihrer Musik ein Gefühl von Halt. OK KID zeigen uns, dass wir die Hoffnung trotz deprimierender Entwicklungen nicht aufgeben dürfen. Insgesamt stirbt die Hoffnung also in drei Akten, in drei Songs: Dem ruhigen Intro, den ehrlichen Zeilen dazwischen und der harten Realität zum Schluss.
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