Videopremiere: Dote und Katya. liefern sich in „Girlfriend“ ein romantisches Battle
Liebe kann kompliziert sein, keine großen Neuigkeiten hier. Vor allem, wenn sich beide Seiten nicht so ganz sicher sind, was sie wollen oder nicht wollen. Diesem Dilemma widmen sich auch Dote und Katya. und kontrastieren in „Girlfriend“ die Aussagen des Songtexts mit denen des Videos – so verwirrend wie dieses Gefühlchaos eben sein kann.
Wie gemacht für die Tanzfläche
Die Mitglieder der Essener Band Dote haben sich im Schulchor kennengelernt und nutzen ihre ausgebildeten Stimmen nun, um eingängigen Indie-Pop zu machen. In „Girlfriend“, der dritten Single zu ihrem am 19. Mai kommenden Debütalbum „Feelings“, zeigen sie auch eine große Liebe für Disco, mit einer mehr als saftigen Bassline und einem Beat, zu dem man sich einfach bewegen muss. Ein paar Bossa Nova-Akkorde drüber und eine Hook, die erstmal ein paar Jahrzehnte lang den Kopf nicht verlässt, und fertig ist der perfekte Pop-Song.
Zwei Seiten, eine Meinung?
Aber nicht ganz fertig: Denn Unterstützung holen sie sich von der Wiener Pop-Musikerin Katya., die in ihrer Strophe die andere Perspektive zu Dote-Sänger Lukas setzt. Beide sind sich einig, nicht „Girlfriend“ oder „Boyfriend“ der anderen Person sein zu wollen – trotzdem kommt man nicht umhin, das manchmal etwas anzuzweifeln, wenn sie etwa extra noch hinzufügen: „Why would I lie?“
Gegenläufige Aussagen
Und insbesondere durch das Video, in dem Lukas ganz klar Katya. für sich gewinnen will – zwar ohne Erfolg, aber mit allen Klischees aus der romantischen Trickschublade: Singen am Fenster, Picknick, fallende Rosenblätter.
Den Kontrast zwischen Video und Song haben Dote ganz bewusst gewählt: „,Girlfriend‘ ist vielleicht der tanzbarste Song der Platte. Deswegen wollten wir ein Video, in dem wir uns auf jeden Fall nicht selbst zu ernst nehmen. Die Idee war, dass Bild und Lyrics gegeneinander laufen. Im Text heißt es: ‚I don’t want to be your boyfriend‘. Im Video aber versucht Lukas, Katya. im besten Highschool-ich-steh-mit-Ghettoblaster-vor-deinem-Fenster-Klischee für sich zu gewinnen, während er ja vom Gegenteil singt. Diesen Gegensatz fanden wir spannend. Dass am Ende dann noch die ‚American Beauty‘-Referenz kommt, ist quasi der paradoxe Höhepunkt, den wir erzeugen wollten.“
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