DIFFUS

Videopremiere: Flittern setzen der Trauer ein musikalisches „Denkmal“

Posted in: Premieren

Am Anfang war für die jetzigen vier Bandmitglieder Sebastian Riddle (Gesang), Jan Gruben (Schlagzeug), Arnold Lübeck (Bass) und Nils Berge (Gitarre/Keys) der Schritt zur neuen Band eigentlich gar nicht forciert, aber mit der Aufnahme des ersten Songs viel das bereits erreichte Ziel wie Schuppen von den Augen. Flittern heißt das neue Projekt aus Köln und unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger HEY RUN. Mit der neuen Band wagt man sich aus der Komfortzone und auf neues Terrain.

Die Debütsingle ist vor allem ein Zeichen für die Fans, denn die ehemalige Punk-Band kennt ihre Wurzeln und bleibt diesen in vielen Dingen wie den deutschen Texten und dem DIY-Spirit treu. Doch mit der neuen Pop-Single „Denkmal“, die das komplette Gegenteil des letzten Post-Punk Songs „Satt“ ist, wirkt es fast so, als würde Flittern die zwei Enden einer Linie markieren, nur um diese dann mit weiteren Veröffentlichungen zu einer Form aufziehen zu können.  

Flittern – Denkmal

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Der neue Track „Denkmal“ besticht durch eine sehr fröhliche Keyboardmelodie, doch Bild und Text zeigen einen starken Kontrast dazu auf. „Weil der Tod dir ein Denkmal baut / Das mir nichts nützt / Hab ich in meinen Holzkopf / Deinen Namen eingeritzt.“ Es ist ein Song über den Verlust eines Menschen und den dadurch entstehenden Trauerprozess, der auch Anstoß für eine Depression oder eine Sucht sein kann. 

Die unterschiedlichen Phasen der Trauer

Das Musikvideo greift dieses Gefühl authentisch auf und zeigt den Trauerprozess der Protagonistin in vier Minuten auf. Als Zuseher:innen folgen wir ihrem Alltag und erleben mit, wie sie eine besondere Person einfach nicht loslassen kann. In verschiedenen Sequenzen sieht man die Darstellerin mit einem unsichtbaren Menschen kommunizieren und interagieren. Der Sänger der Band erklärt dazu: „Verlust ist egoistisch, Verlust verlangt etwas von uns. Trauernde und Betroffene fühlen, was nicht zu fassen ist.“ Doch am Schluss heißt es Abschied nehmen, denn jede Phase findet früher oder später sein Ende. 

Flittern zeigen mit ihrem zweiten Song, wie vielseitig sie in ihrer Musik sein können. Außerdem sollen weitere Songs noch in diesem Jahr folgen. Die Frage, ob man mit Mitte 30 während einer Pandemie eine Band gründen sollte, die mit größter Sicherheit in den nächsten Monaten kein einziges Live-Konzert spielen kann, ist damit also hinfällig – denn Flittern können genau das!

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.