Videopremiere: Folk-Newcomer doppelfinger verrät uns „how to hide“
Aktuelle Pop-Songs müssen in einer Flut aus TikTok-Clips auffallen und innerhalb von wenigen Sekunden unsere Aufmerksamkeit einfangen. Auf der anderen Seite erlebt aber auch der ruhige, akustische Indie-Folk von Künstler:innen wie Phoebe Bridgers, Big Thief und Taylor Swift eine Hochzeit. An diese Welle von zarter, introspektiver Musik knüpft der österreichische Newcomer doppelfinger nahtlos an.
Hinter diesem kryptischen Namen versteckt sich der Singer-Songwriter Clemens Bäre aus Wien. Schon in seiner Kindheit hat er erste Songs geschrieben, nur für sich, geborgen in den vier Wänden seines Schlafzimmers. Seit 2019 wagt sich doppelfinger mit seiner Musik immer mehr an die Öffentlichkeit, hat vermehrt Auftritte und freundet sich damit an, sein wertvolles Gut mit der Welt zu teilen.
Melancholischer Roadtrip-Soundtrack
Inspiriert ist er dabei von den ganz Großen der Indie- und vor allem Folk-Musik. Die vier bisher erschienenen Songs von doppelfinger sind ein Zuhause für echte, akustische Instrumente, zart angespielte Gitarren und herzzerreißende Mundharmonika-Passagen. Das verbreitet häufig herrliche Roadtrip-Stimmung, wie auch die Spotify-Redaktion längst erkannt hat: Mit „seasonal affective disorder“ hat es doppelfinger in die beliebte „Van Life“-Playlist geschafft.
Zwischen den Zeilen finden sich allerdings tiefe Einblicke ins Seelenleben des Musikers, die so gar nicht zu Geselligkeit am Lagerfeuer passen. Mit der neuen Single „how to hide“ nimmt uns doppelfinger einmal mehr mit in das verwinkelte Labyrinth seiner Psyche.
doppelfinger – how to hide
„how to hide“ schafft es schon mit seinen ersten Bildern und Tönen eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Aus vagen Ambient-Klängen schält sich die tragende Gitarren-Melodie heraus, während doppelfinger im schwarz-weißen Video auf einem verwilderten Grundstück ankommt. Mit statischen Aufnahmen sehen wir den Musiker an der Schreibmaschine und wie er mit Mühe etwas aushebt, das verdächtig wie ein Grab aussieht. Parallel dazu schwillt der Song kaum spürbar an, entwickelt sich langsam und atmet wie ein Lebewesen. Die Zeilen, die doppelfinger dabei singt, kommen direkt aus dem Herz und erwischen die Zuhörer:innen auch genau dort: „Cause I feel bad about every line I write / I regret it all after one night / I’ve learned / how to hide“.
Musikalisch und inhaltlich traut sich doppelfinger mit Pathos und Dramatik zu spielen und damit eine gewisse Größe zu erzeugen, die trotzdem noch Hand in Hand mit seinem in sich gekehrten Folk geht. Ob diese Mischung für euch auch aufgeht und für wen das Grab im Video letzten Endes bestimmt ist, seht ihr in der Videopremiere.
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