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Videopremiere: Hotel Rimini reduzieren den modernen Menschen auf „Jubel Trubel Eitelkeit“

Posted in: Premieren
Tagged: Hotel Rimini

Hinter Hotel Rimini verbirgt sich eine sechsköpfige Band aus Leipzig, die in ihrer Musik scharfsinnige, gesellschaftliche Beobachtungen mit einem breiten Instrumentarium zwischen Indie und Chanson vertont. So auch bei der neuen Single „Jubel Trubel Eitelkeit“, mit der Hotel Rimini unsere rechthaberische Meinungskultur ins Visier nehmen. 

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2020. Die ganze Welt versucht, im Chaos der ersten Corona-Welle zurück zu einem geregelten Leben zu finden. Parallel dazu formiert sich in Leipzig unter dem Namen Hotel Rimini eine neue Band mit der ambitionierten Größe von sechs Mitgliedern. Dass das trotzdem oder gerade deshalb klappen könnte, das attestierte nicht nur die Vorerfahrung in anderen musikalischen Projekten wie Trümmer, Ilgen-Nur oder The Moon Machine, sondern schnell auch die ersten eigenen Songs. Unter dem sehr bildhaften Titel „Die Zeit schlägt mich tot, aber ich schlag zurück“ veröffentlichten Hotel Rimini im vergangenen August eine erste EP. Schon damals präsentierten sich die Newcomer mit einem erstaunlich ausgereiften Sound, irgendwo zwischen Element Of Crime, Isolation Berlin und Hildegard Knef. 

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Hauptsache Recht haben

Nun steuert die Formation auf ihr Debütalbum zu, das im Herbst erscheinen soll und aus dem mit „Jubel Trubel Eitelkeit“ nun schon die dritte Single erscheint. Im Vergleich zum getragenen Walzer von der vorhergehenden Auskopplung „Kalter Kaffee“ geht es hier richtig flott, fast schon punkig zu. Über den steten Schlagzeug-Galopp und die grummelnde Bassline erhebt sich die bestimmte, kräftige Stimme von Sänger Julius Forster, der unseren modernen Diskussions-Fetischismus ankreidet: „Wir reden über Migration / Madonna und Menstruation / Und aneinander vorbei“.

Hotel Rimini sind dabei ehrlich genug, um sich aus diesem „Wir“ nicht auszuschließen, statt mit dem Finger zu zeigen, nehmen sie lieber die Beobachter-Rolle ein. Das Beharren auf dem eigenen Standpunkt, um jeden Preis und egal wie banal dieser doch sein mag, packt Julius Forster in beispielhafte Bilder, um es dann auf einen griffigen Refrain herunter zu brechen: „Jubel, Trubel, Eitelkeit / Jeder sein Planet / Es lebe die Befindlichkeit und Authentizität“.

Ihre Musik visualisieren Hotel Rimini auch hier wieder mit einem großartigen Video, wie wir sie bereits von der Band gewohnt sind. Diesmal gibt es eine Art Kammerspiel zu sehen, bei dem die vier Darsteller:innen erst gemeinsam Götterspeise schmausen, dann aber eine:r nach dem/der anderen scheinbar leblos umkippen. Dass ihre Mitesser:innen um sie herum krepieren, interessiert die Hinterbliebenen dabei nicht wirklich – bis es ihnen selbst an den Kragen geht. Das sieht nicht nur im typisch, gedeckten Look sehr stimmig aus, sondern greift auch die Thematik des Songs mit einer eigenen Metapher auf.

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