Videopremiere: Husten blättern in „Maria“ durch die Fotoalben ihre Kindheit
Wie klingt ein Song an einen nicht real existierenden aber paradoxerweise doch geliebten Menschen? Sehnsuchtsvoll und melancholisch, als würde man von einer lange vergangenen, gut behüteten Erinnerung erzählen. So ist es zumindest bei der neuen Single der Band Husten.
Kirchenglocken verkünden in den ersten Sekunden die Geburt von „Maria“ – eine Person, die ausschließlich für die dreieinhalb Minuten des gleichnamigen Songs existiert. Denn diese Zeit widmen Gisbert zu Knyphausen, Moses Schneider und Der Dünne Mann diesem, in ihren Köpfen wohnenden Mädchen, eine potenzielle Tochter, die sie wie Väter beschützen. „Maria etwas wollt ich noch sagen, bevor wir eines Frühling uns sehen / Muss ich noch die schönste und klügste Mutter für dich finden und es ist wie Angeln gehen nach dem Mond auf dem See.“
Husten – Maria
Als „Trauerweidenpop“ beschreibt das Trio seinen sehnsüchtigen Sound – und diese Stimmung bekommt man auch im zugehörigen Musikvideo. Ein echtes Highlight aus Bildern und Erinnerungen an die Jugend der drei Musiker. Als Zuschauer:in fühlt es sich an, als würde man durch ein Fotoalbum der Kindheit der Band blättern. Dabei wird man von der sanften und doch rauen Stimme von Gisbert zu Knyphausen regelrecht gezwungen, auch einen liebevollen Blick in die eigene Vergangenheit zu riskieren.
Unverhofft kommt oft
Die Band Husten brachte mehr oder weniger ein Zufall zusammen – oder besser ein Soundtrack für einen Film, der letztendlich nie erschienen ist. Denn aufgrund dieser ursprünglich geplanten Produktion hatten Musikproduzent Moses Schneider und Der Dünne Mann einige Songs geschrieben. Damit diese nicht ungenutzt liegen bleiben, haben die beiden kurzerhand Sänger Gisbert zu Knyphausen an Bord geholt, um eine Band gründen – so die zufallsbedingte Gründungsgeschichte von Husten.
Und auch wenn die drei ursprünglich weder live spielen, noch Alben veröffentlichen wollten, ist „Maria“ die erste Auskopplung des Debütalbums von Husten, welches im Frühjahr nächstes Jahres seine Veröffentlichung feiern wird. Und auch hinsichtlich Liveauftritten gibt es bei den Fans Grund zur Freude: Das Trio hat für 2022 eine langersehnte Tour angekündigt.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.