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Videopremiere: In ”I Beg to Differ” nehmen Serious Klein und Mick Jenkins eine Produktion von the Kii auseinander

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The Kii ist ein Produzenten-Duo bestehend aus Jan Lilienthal und Michael Nowatzky, welches mit einem ganz eigenen sanften und doch drückenden Hiphop-Sound besticht. Die Produktionen des Duos glänzen in der Regel durch den organischen Klang, den besonderen Bounce und durch ihre Art mit Melodien zu spielen. Zunächst bekamen sie Aufmerksamkeit durch ihre Zusammenarbeit mit Kelvyn Colt, doch dann ging es mit zwei Rappern aus Chicago namens Kyle Bent und Elijah Malik weiter. Ihre jüngste Single verbindet nun Bochumer Talent mit Chicagoer OG-Energie. Denn in ”I Beg to Differ” machen the Kii gemeinsame Sache mit ”Acras very own” Serious Klein und Mick Jenkins. Zwei Rapper, die bekannt für ihre Fähigkeiten an der Wortschmiede sind, keinen Hehl aus ihren Talenten machen und einen gewissen kompetitiven Geist innehaben. 

the Kii, Mick Jenkins, Serious Klein – I Beg to Differ

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In ”I Beg to Differ” räumen Klein und Jenkins mit der uralten Prämisse auf, das Geld und Reichtum nicht glücklich machen könne. Serious Klein erklärt in seinem Part beispielsweise, dass alleine die Rechnungen seiner Mutter erklären würden, dass Geld unweigerlich eine Relevanz in unser aller Leben hat und führt weiterhin aus, das die Scheine nunmal nicht auf Bäumen wachsen.  ”This shit won’t fall from the trees / Hold the torch, got the keys / I need my paper in peace / I like my Mac with the cheese / I need my mans to be free / Life tastes better with some ice to the tea (Yeah) / Fuck a slice, add a cherry, if you bake it for me”. Im weiteren Verlauf des makellos gerappten Verses begründet er seine finanzielle Motivation mit seinem Dasein als Vater und malt mit seinen wohlgewählten Worten klare Bilder von den Zeiten, in denen der sprichwörtliche Rubel eben noch nicht rollte. 

Kompetitiver Geist


Der oben erwähnte, kompetitive Geist wird spätestens mit dem Part von Mick Jenkins verdeutlicht, denn was „Mickalas Cage“ (Ein Spitzname, in Anlehnung an einen sehr bekannten Schauspieler) mit seinen ausgefeilten Metaphern veranstaltet ist ebenfalls Königsklasse. Beide Rapper treiben sich mit ihren Skills zu Höchstleistungen an, denn keiner will gegen den anderen alt aussehen. Lyrische Bilder von Raubkatzen, die auf der Lauer liegen um die Mäuse zu reißen, Lines über das Leben zwischen Bühne, Struggle und langersehnter Bezahlung und die unterschwellige Demut – trotz der geldorientierten Haltung hört man auch bei Jenkins eine gewisse Bescheidenheit heraus. An dieser Stelle sei auch nochmal die leicht melancholische und dennoch energetische Instrumentalisierung von the Kii erwähnt, denn sie trägt maßgeblich zur Stimmung und zur Vermittlung der ”teachenden” Energie bei.

Ebenjene Bescheidenheit rührt sowohl bei Serious Klein als auch bei Mick Jenkins vermutlich daher, dass sie aus einer marginalisierten Bevölkerungsschicht kommen. Sie kennen das Leben ”straight from the mud” (also direkt aus dem Schlamm) gut genug und haben durch diese negativen/prägenden Erfahrungen einen besonders ausgeformten, sprichwörtlichen Hunger entwickelt, der sie immer weiter pusht. Genau diese Thematik greift das ästhetisch reizend animierte Musikvideo zu ”I Beg to Differ” auf, in dem es drei Teenager in einer heruntergekommenen Trailerpark-Gegend dabei zeigt, wie sie das erste mal mit großen Batzen in Berührung kommen. Innerhalb der zweieinhalb Minuten erzählt der Clip mit einfachen aber detailverliebten Mitteln eine Geschichte, die eine weitere Ebene der Thematik ”Geld = Glück” aufmacht und mit einem kleinen Plottwist vermittelt, dass Geld auch gerne blendet und es am Ende des Tages eher auf die Menschen ankommt, mit denen man sich umgibt.

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