Videopremiere: Kalthauser zeichnet mit „Tauch Ab“ eine düstere Realität
Kalthauser möchte mit seiner Musik unter keinen Umständen in irgendein gängiges Genre gesteckt werden. Und auch wenn viele Künstler:innen diesen Anspruch an ihre Musik haben, tun nur wenige so viel dafür wie Benjamin Strauß. Denn wer den neusten Song „Tauch ab“ von Kalthauser hört, wird mit einem Klangbild konfrontiert, dass Elemente von allem und nichts vereint und so ein klassisches Beispiel für Kalthausers Markenzeichen darstellt: Nämlich kein Markenzeichen zu haben.
„Katerblau, Narzissmus, Orchester, Pop, düster, Club, rauch, Intimität, Egoismus, Abschluss, rot, wütend, sex, Techno und Trap“: Mit dieser Aufreihung an Begriffen und Assoziationen ordnet der Sänger sein Werk auf Instagram zumindest etwas ein und bestätigt die gezeichnete Atmosphäre mit einem wirklich eindrucksvollen Musikvideo, in dem einiges los ist.
Kalthauser – Tauch ab
Komplett in rotes, warnendes Licht getaucht, ständig und schnell wechselnde Bildeinstellungen, dabei teilweise verschwommene Szenen – man hat nicht wirklich ein angenehmes Gefühl beim Anschauen des Musikvideos. Eine Frau windet sich in der Badewanne, Kalthauser selbst im Bett und als Zuschauer:in wird man mit dem unwohlen Gefühl, einem zu intimen Moment beizuwohnen, zurückgelassen. Dennoch ist das Video fesselnd und auf eine seltsame Weise faszinierend und visualisiert beispiellos, was es bedeutet, sich in einer emotional eingeschränkten Situation zu befinden. „du schwimmst so weit und kommst nicht wieder am Anfang an / du willst gerettet werden, lässt niemand an dich ran“
Denn „Tauch Ab“ handelt von toxischen Beziehungen und dem Flüchten vor der Zuneigung des:r Partner:in, weil die eigene Unfähigkeit, sich einzulassen, nicht überwunden werden kann. Kalthauser ist mit seinem Song gewollt provozierend und düster. Beginnend mit einem bedrückenden, treibenden Beat überschlägt sich die Soundkulisse im Laufe des Songs regelrecht und endet in einem weitaus poppigeren Orchester inklusive Trap- und Technoelementen. „Tauch Ab“ beweist: Auch nach zwölf Jahren in der Musikbranche, weiß Kalthauser immer noch zu überraschen und immer neue Facetten seiner Musik zu zeigen.
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