Videopremiere: Kerosin95 will deinen „Standort“
Ein paar Basics vornweg: Über Kerosin95 aus Wien schreibt man in Gender-neutraler Sprache, weil Kerosin95 im letzten Jahr bekannt machte: „Ich möchte gern was Wichtiges teilen: Ich bin trans, nicht-binär, meine Pronomen sind keine/they und ich heiße Kem.“ Geht klar. Und ist ja auch nun wirklich nicht so schwer, wenn man(n) sich ein wenig schlau macht, beziehungsweise einfach mal liest, was Kerosins Label einem freundlicherweise als Handreichung für den Einsatz von Gender-neutraler Sprache ans Pressematerial hängt. Die EP „Trans Agenda Dynastie“, die im April digital erschienen ist, gibt sich ansonsten aber erfreulich angriffslustig und will eben nicht mehr allen abgehängten CisHeten erklären, wie die Welt funktioniert. „Trans Agenda Dynastie“ sei „der Stinkefinger, der sich Richtung cis Männlichkeit und TERFs emporhebt. Das Motto: Schluss mit Kuscheln, ab in den Boxring. Es wird ausgeteilt, geflext und mit einem System abgerechnet, das für trans* und queere Personen keinen Platz im Musikbusiness sieht. Deshalb heißt es Ellbogen ausfahren und Enemies wegkicken!“
Die neueste Single-Auskopplung von Kerosin95, die wir heute als Videopremiere feiern dürfen, fährt aber mit ihren elektronischen Beats eher einen flirty Vibe und begleitet Kerosin95 beim Cruisen durch die Nacht inklusive romantischem Eis-Tee an der Tanke. „Komm schick mir dein Standort / Ja, ich geb dir die Antwort / Ein Angel, eine Nacht / Sag mir was du noch später machst.“ In der zweiten Strophe heißt es „Spiel das Game / bin das Toy / Non-Binary Girl-Boy“. Das Video von Regisseurin Marie-Therese Hildenbrandt dazu wirkt, als habe sich Kerosin95 dann auch gleich die perfekte, queere Crowd für so eine Nacht zusammengestellt. Kerosin95 wird umschwärmt von den Tänzer:innen des Arrioala Tanzstudios, die eine Choreo von Ralph-Leonel Galvan und Helen Esther Aschauer performen. Gute Crowd, guter Song, gute Vibes – und ein Party-Track, der wirklich alle miteinschließt.
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