Videopremiere: Laura Lee & the Jettes interpretieren „Walk On The Wild Side“ neu
Hochschwanger die ausverkaufte Wuhlheide in Berlin rocken? Kein Problem für Laura Lee! Denn obwohl die Indie-Rockerin aktuell im neunten Monat ist, stand sie am vergangenen Wochenende munter als Support für die Beatsteaks auf der Bühne und mobilisierte die Menge mit ihrer Band Laura Lee & the Jettes. Und damit nicht genug: Heute feiert ein neuer Song bei uns Videopremiere – oder eher ein alter Bekannter: „Walk On The Wild Side“ von Lou Reed, neu interpretiert von Laura Lee & the Jettes.
Geboren aus dem New Yorker Untergrund
Keine Frage: „Walk On The Wild Side“ ist absolutes Evergreen-Material. Seitdem der Song 1972 ursprünglich von The Velvet Underground-Gründer Lou Reed veröffentlicht wurde, hat sich der ikonische Basslauf in das musikalische Gedächtnis von Millionen Menschen eingebrannt. Überhaupt ist „Walk On The Wild Side“ einer dieser Songs, die von einem gewissen Mythos umgeben sind: Produziert von David Bowie, inspiriert durch das queere Umfeld von Andy Warhols „Factory“ trifft der Song auch 50 Jahre nach seinem Release einen Nerv.
Auch Laura Lee & the Jettes scheint „Walk On The Wild Side“ immer noch zu begeistern und so widmet die Band dem Song heute ihre erste Veröffentlichung seit dem Debütalbum „Wasteland“ aus dem vergangenen Jahr. Dieses war ganz Verneigung vor den Krautrock-Größen der deutschen Musik-Historie, während Laura Lee an anderer Stelle als eine Hälfte des Duo Gurr energetischen Indie-Rock liefert.
Lou Reed mal anders
Die Musikerin aus Berlin hat Power, so viel ist klar, für ihre „Walk On The Wild Side“-Interpretation schaltet sie allerdings einen Gang zurück. Statt den tighten Drum-Grooves von „Wasteland“ gibt es hier ab dem ersten satten Basston Entschleunigung und Geborgenheit. Trotzdem flattern Streicher durch den Hintergrund, es liegt Anspannung in der Luft. Mit ihrer klaren Stimme macht Laura Lee Reeds Stück zu ihrem eigenen, das zum Ende mit einem kreischenden Gitarren-Solo grandios aufgelöst wird.
Aufgenommen wurde das Cover passenderweise während der US-Tour in New York, der Heimat von Lou Reed. Entsprechende Aufnahmen von der Stadt sieht man, gemischt mit Bildern aus dem Studio, im Musikvideo, das im körnigen Camcorder-Style gehalten ist. So hat man das Gefühl ganz nah dran zu sein, an der Band und ihrem Produktionsprozess, aber auch am großen Erbe von Lou Reed, das auch nach Generationen noch durch den Äther schwingt.
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