DIFFUS

Videopremiere: Naked Cameo klingen mit „Quick Bliss“ herrlich beklemmend

Posted in: Premieren
Tagged: Naked Cameo

Wenn wir hier tagtäglich neue Songs und Pressemitteilungen studieren, fällt uns immer wieder auf: Besonders viel guter Stuff kommt aus Österreich, häufig Wien. Unser Nachbarland hat uns zuletzt Künstler:innen wie Eli Preiss, Verifiziert, Bibiza und Apollo Sissi beschert. Aber auch in der vorherigen Generation stößt man auf spannende Funde: So zum Beispiel das Trio Naked Cameo. Seit 2017 veröffentlicht die Band aus Oberösterreich ihre Musik und erntete dafür schnell das Lob der Kritiker:innen – auch in Deutschland. Ihr 2018 erschienenes Album „Of Two Minds“ verwischt dabei ohne Scheu die Grenzen zwischen Indie, Pop, RnB und Electronica, ohne dass jegliche Spuren übrig bleiben.

Nach ihrem gefeierten Debüt wurde es dann etwas stiller um Naked Cameo. In den letzten Jahren erschienen weitere Singles, die EP „Insomnia“ und nun im Oktober die dazu ergänzende Zweite. Das geteilte Doppel-Projekt hört auf den passenden Titel „Insomnia & Nostalgia“ und setzt sich zum größten Teil aus dem leichtfüßigen Genre-Mix zusammen, für den Naked Cameo schon in der Vergangenheit beliebt waren. Trotzdem halten die neun Songs des Projekts auch Überraschungen bereit und vor allem „Quick Bliss“, der erste Song der B-Seite, fällt im übrigen Soundbild auf wie ein bunter Hund. Das finden wohl auch Naked Cameo – und veröffentlichen heute ein Musikvideo zum Song.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Naked Cameo lassen die Synthesizer links liegen

Denn während der Rest der Songs elektronisch frickelt und surrt, mit Percussions blubbert und sprudelt und die verschiedenen Spielarten des Pop erforscht, wird es zur Mitte von „Insomnia & Nostalgia“ hin immer gitarren-lastiger. Das kündigt schon der zurückgenommene „Pleasant Insomnia“ an, der wie ein betrübtes, akustisches Mantra klingt. Für „Quick Bliss“ scheint die Band den Stromschalter wieder gefunden zu haben, reduziert sich aber auf verzerrte Fuzz-Gitarren und verzichtet weitestgehend auf elektronische Spielereien.

Ein bisschen klingt das vielleicht nach alten Weezer-Songs, gepaart mit einem latenten, unguten Grunge-Vibe. Denn obwohl der Titel „Quick Bliss“ nach Friede, Freue, Eierkuchen klingt, dreht sich der Song tatsächlich um toxisches Verhalten. Das Video dazu spielt in einer Arztpraxis und strahlt dabei diese beklemmende Tristesse aus, die an solchen Orten häufig herrscht. Die Badewanne voll Zigaretten, in denen die Köpfe der Bandmitglieder begraben sind, macht die Sache dann auch nicht mehr besser. Wer diesen musikalischen Arztbesuch trotz Winterdepression verkraftet, wird mit einem verschleppten, knirschenden Song belohnt, der Naked Cameo in einer ungewohnten Klangfarbe zeigt.

Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.