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Videopremiere: Neue Musik vom Post-Punk-Newcomer Schramm

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Mit grimmigem, „schrammigen“ Post-Punk erscheint der Wuppertaler Newcomer Schramm vor zwei Jahren auf dem Radar. Die Debütsingle „Off without me“ setzte die Zeichen für seine erste EP „(I made this for myself (I didn’t make it for you)”, die den kantigen Sound ausdehnt und mit allerlei neuen Elementen bestückt, von Bedroom-Pop-Anleihen bis hin zu Parts mit Sprechgesang.

Mit „sunburned/goodbye“ erscheint nun – zwei Jahre später – endlich wieder neue Musik von Schramm, der in der Zwischenzeit an seinem Sound geschraubt zu haben scheint. Der Song beginnt mit seidigen Synthesizern, bei denen man anfangs noch darauf wartet, dass es jeden Moment knallt und „sunburned/goodbye“ in bis dato gewohnter Schramm-Manier zum kraftvoll aufgeladenen dunklen Post-Punk-Track wird.

Süße Düsterkeit

Doch Schramm zeigt sich von einer neuen Seite. Der Star in „sunburned/goodbye” ist die Kopfstimme des Musikers, die über verlorenen Gitarren schwebt, die wiederum einen spannenden Kontrast zu dem beherrschenden Beat bilden. Düster bleibt es dennoch, besonders wenn der Track in einem melancholischen, klagenden Moment explodiert und sich gegen Ende soweit vernestelt und verzehrt, dass er einem Fiebertraum gleicht, in dem Schramm gefangen ist.

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Das Video zum Song setzt genau dort an, bricht die Düsterkeit des Arrangements aber etwas auf und zeigt Schramm im Bürokontext – wo er nicht ganz so gut reinzupassen scheint. Frustriert, lustlos und mit ironischem Lächeln auf den Lippen wandelt er durch die Gänge und scheint dabei mit Walkman und Knochenhandy in der Hand seltsam aus der Zeit gefallen. 

Als visueller Spiegel zum Track scheint sich auch das Video immer mehr zuzuspitzen und Schramm wird verweifelter und hoffnungsloser, wenn er sich gegen Wände wirft und in seinem Kopf gefangen scheint. „sunburned/goodbye“ dient als Vorbote auf seine zweite EP „How to fail at love“, die im April dieses Jahres erscheinen wird.

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