Videopremiere: Ostara träumen von der Freiheit in „Berlin“
Ostara: Das umstrittene Sonnenfest der Kelten und der Name der germanischen Göttin der Fruchtbarkeit, des Ackerbaus und des Frühlings. Oder auch schlicht der Zweitname von Amélie, einer Hälfte des Duos Ostara. Gemeinsam mit ihrer Schwester Annika macht sie melancholischen Indie-Pop mit einer verträumten 80er-Ästhetik, aufgrund der man sie auch in der NNDW verorten könnte. Produziert, gemixt und gemastert wird das Ganze von ihrem Vater, ein waschechtes Family Business also. Als Voract für Jeremias und Mogli konnten sie schon größere Live-Erfahrungen sammeln, jetzt ist auch ihre Debüt-EP „Schöne Musik“ erschienen. In „Berlin“ zieht es die aus der Nähe von Frankfurt am Main stammenden Schwestern in die Hauptstadt.
Die Metropole Berlin ist für Ostara ein Inbegriff der Freiheit, aufregend, mysteriös und beeindruckend. Gemeinsam ziehen sie nachts durch die Straßen, beflügelt vom Gefühl, die Stadt gehöre ihnen: „Riesiger Hype, schlaf nie wieder ein / Berliner Luft füllt mein Sein / mich holt niemand ein / berauscht und belebt, es ist so spät / doch ich geh‘ weiter“. Eine Nacht, die nie enden soll; die Gewissheit darüber, dass sie aber enden wird, hallt in der wehmütigen Aura des Songs nach.
Für Amélie und Annika steht der Song für Unbeschwertheit, die aber auch immer etwas Trauriges an sich hat: „,Berlin‘ ist die Realisation in diesen bestimmten Momenten der Freiheit, dass es bald auch wieder vorbei ist. Die Hauptstadt steht für uns als Sinnbild für diese traurige oder melancholische Freiheit.“ Man hört klar diese Geborgenheit, die ein unterschwelliges Unbehagen in sich trägt, heraus. Sanfte Keys und zweistimmige Gesangsharmonien stehen im Kontrast zu mechanischen Drums und kalten New-Wave-Gitarren. Ob sich die beiden Schwestern tatsächlich in Berlin befinden oder nur verzweifelt davon träumen, dort hin zu „fliehen“, ist nicht eindeutig. Dieses Gefühl der Freiheit, die aber schnell in sich zusammenbrechen könnte, weil sie vielleicht nur erträumt ist, gibt dem Song einen geheimnisvollen Unterton.
Mit Street View durch Berlin
Im Musikvideo fahren wir, zuerst aus Sicht von Google Street View, durch die Stadt, vom Auto aus werden Aufnahmen der Schwestern auf die Hauswände projiziert. Man sieht sie friedlich auf Dächern stehend oder rastlos durch die Straßen rennend. Der DIY-Ansatz, den man dem Video anmerkt, passt gut zur verträumten und trüben Stimmung des Songs. Musik und Video strahlen eine ehrliche Authentizität aus, die uns auf mehr vom Duo gespannt macht.
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