Videopremiere: „poison fizzing on a tongue” – Brimheim über toxische Beziehungen
„Gift, dass auf der Zunge zischt“: Bereits der Titel des neuen Songs von Brimheim zeigt, dass es sich im kommenden Album nicht gerade um Friede, Freude, Eierkuchen drehen wird. Im Gegenteil: In ihrem neuen Projekt behandelt die Sängerin die schweren Themen und macht deutlich, dass eben nicht immer alles gut ist. „Being alive is hard“ schreibt die Musikerin in ihrer Spotify-Bio – und unter diesem Motto steht auch ihre Musik.
Schonungslos ehrlich
Doch das ist keineswegs negativ. Denn die Texte von Brimheim sind ehrlich und wahrhaftig, scheuen nicht vor schwierigen Thematiken zurück und machen mit ihrer Schonungslosigkeit auch anderen Beteiligten Mut.
So auch ihr neuer Song „poison fizzing on a tongue“, der davon handelt, in toxischen Strukturen festzuhängen und sich nur langsam aus dieser „giftigen“ Situation befreien zu können.
Brimheim – poison fizzing on a tongue
Und genau das tut die Sängerin im Musikvideo des Songs. In einer knapp fünfminütigen, aufwendigen Produktion zeigt das Video, welches viel mehr als Kurzfilm zu beschreiben ist, die Sängerin in ihrem Kampf um die eigene Freiheit.
Zu sehen ist Brimheim in Form einer Ritterin, die mittels einer verspiegelten Box zwischen verschiedenen Welten hin- und herwechselt. Auf ihrer persönlichen Reise zu einer Art Erfüllung, welche die Kämpferin in Form einer dornigen Krone am Ende findet, muss sie viele Versionen von sich selbst zurücklassen und einige Hürden in Kauf nehmen.
Der Weg ist beschwerlich und alles andere als einfach, was in Kombination mit den Lyrics des Songs an den harten Weg aus toxischen Strukturen heraus erinnert. Wie der Song strahlt auch das Video eine düstere, beklemmende Atmosphäre aus und lässt den:die Zuschauer:in gleichzeitig geplättet und nachdenklich zurück.
Neue, elektronische Seite von Brimheim
Auch das Artwork des Songs verkörpert bildlich die Brisanz toxischer Beziehungen. Es zeigt eine Schlange, die einen Wolf erwürgt. Rein größen- und stärketechnisch dürfte dies niemals möglich sein, aber durch ihre List und ihr Gift gelingt es der Schlange dennoch – genau wie es „schlechten“ Menschen oft gelingt, die guten, starken Personen mit ihrer toxischen Art kleinzuhalten.
Musikalisch präsentiert sich Brimheim in „poison fizzing on a tongue“ von einer völlig neuen Seite. Der Song ist sehr elektronisch, zeigt Trip-Hop Anleihen und erzeugt eine bewusst „verstörende Atmosphäre“, wie die Künstlerin selbst sagt. Das alles lässt den:die Hörer:in mehr als gespannt darauf zurück, was für schonungslos ehrliche Songs uns noch so erwarten.
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