Videopremiere: Psychedelischer „Weltraumspaziergang“ mit Paul Eisen
Vor wenigen Wochen kam Newcomer Paul Eisen mit seiner Single „Swell“ auf einer Welle romantischer Schwärmerei angesurft. Nun lässt er die Liebe und das Salzwasser zurück auf dem Boden der Tatsachen, hebt mit seinem psychedelischen Indie-Pop ab zum „Weltraumspaziergang“ – und findet dort oben einiges.
Wer dieser Tage (oder eher Nächte) aufmerksam gen Himmel schaut, kann immer mal wieder einen Blick auf Starlink, die Satelliten-Flotte von Elon Musks Raumfahrt-Unternehmen Space X, erhaschen. Projekte wie dieses sind ein weiterer Schritt der Menschheit, sich dieses große schwarze Nichts über ihren Köpfen zu erschließen, dass uns schon seit Anbeginn der Zeit fasziniert, lange bevor irgendjemand eine Flagge mit ein paar Streifen und Sternen in den Mond gepikst hat. Diese Faszination teilt auch der Indie-Pop-Newcomer Paul Eisen mit seinem neuen Song „Weltraumspaziergang“.
Ost-Berlin, Planet Erde
Aber um seine Mission im All zu verstehen, sollte man vielleicht erstmal auf der Erde anfangen – genau genommen in Ost-Berlin. Hier wird Paul Eisen geboren, geprägt und geformt, von heimischen Techno, englischen Indie und allem dazwischen. Das Dasein als bloßer Musik-Konsument lässt er schnell hinter sich und wird zum Macher. Er wirkt an den Soundtracks von großen Filmproduktionen mit, arbeitet mit international renommierten Musiker:innen und treibt seit 2019 auch sein eigenes Solo-Projekt voran. Das führt ihn im vergangenen Jahr zur Debüt-EP „Chaos Deluxe“, auf der Paul Eisen seinen alternativen Pop-Entwurf zwischen Harry Styles, Rio Reiser und den Gorillaz ausbreitet.
Spaziergang zwischen Sonnenallee und Milchstraße
Nun geht es mit neuen Singles weiter: Erst die beschwingte Liebeserklärung mit Surf-Metapher „Swell“ und nun der „Weltraumspaziergang“, vom Berliner Alexanderplatz in die Weiten des Weltalls. „Die haben Mond-Preise auf dem Mars, checken die noch was?“, textet Paul Eisen gleich zu Beginn des neuen Songs und hangelt sich in Folge von einem astronomischen Sprach-Gefüge zum anderen. Es geht vom Jupiter zum Neptun, vom Stau auf der Milchstraße zum Heimweg auf der Sonnenallee. Berlin-Neukölln oder der Weltraum, 2022 scheint beides gar nicht mehr so weit auseinander zu liegen, zumindest wird dieser Eindruck vermittelt. „Wir geh’n im Weltraum spazieren / Was soll schon passieren?“, heißt es in der Hook, vielleicht eine kleine Mahnung, mit wie viel Selbstbewusstsein und Halbwissen wir das Himmelsfirmament behandeln.
Retrofuturismus und Psychedelic Pop
Musikalisch wird Paul Eisens Spaziergang durch die Galaxie mit dem passenden astral-verstrahlten Indie-Pop begleitet. Majestätische Synth-Flächen, hallige Gitarren und Laid-Back-Drums rufen den psychedelischen Pop von Tame Impala oder Beach House ins Gedächtnis, aber auch deutsche Musik-Kollegen wie Von Wegen Lisbeth dürften die verdrehte Catchyness vom „Weltraumspaziergang“ anerkennend abnicken.
Dieser Retrofuturismus, den Paul Eisen musikalisch eröffnet, wird durch das Musikvideo weiter getragen. Dafür hat der Musiker mit dem niederländischen Künstler Niels Kalk und Regisseur Sebastian Klatt zusammengearbeitet, um eine beeindruckende Sternen-Landschaft im Collagen-Look entstehen zu lassen. Paul Eisen trudelt als ausgeschnittene Figur vorbei an Planeten, Gummi-Enten und Haischwärmen – wo er dann strandet, wird wohl erst die nächste Single zeigen.
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