Videopremiere: Quirinello vermissen die „Wiener Melange“ auf dem Mond
Würdet ihr zum Mond reisen? Für manche ist das sicherlich ein Traum: Mal die Erde von oben aus betrachten oder auch nur die endlose Stille des Weltalls genießen. Dass diese Stille aber auch schnell zu leise sein kann, zeigt das unterhaltsame und kunstvolle Video zu „Wiener Melange“ von der Indie-Pop-Band Quirinello. Inspiriert vom Buch „Der kleine Prinz“ begleiten wir hier zu verträumten Synth-Klängen einen Menschen, der ganz allein auf seinem Planeten ist. Erst denkt er, er erfüllt sich seinen Traum, doch allein auf dem Mond zu leben, bringt schnell Einsamkeit. Mal abgesehen von unvorhergesehenen Ärgernissen wie WLAN-Problemen oder, dass ihm niemand einen Kuchen zum Geburtstag vorbeibringt.
Mit Mensch und Maschine zum Mond
Dabei switchen wir immer wieder zwischen echten Darsteller:innen, Zeichentrick und AI-Animationen. Das Video entstand als Uni-Projekt von Sänger Quirin, der in München Human-Computer-Interaction studiert und in Rahmen seines Fachs „AI in Arts“ ein Kunstprojekt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erarbeiten sollte. In einer Gruppe an Uni-Freund:innen arbeiteten sie also zusammen am Musikvideo – und tranken dabei Mengen an Wiener Melange.
Die Kaffee-Clique
Der Genuss dieser Kaffeespezialität war nämlich mittlerweile Tradition bei ihnen und führte auch zur Inspiration für den Text des Songs. Denn schon so ein kleines gemeinsames Ritual unterstrich für Quirin eine gewisse Verbundenheit: „Für mich geht es um Freundschaft. Wir hatten in der Freundesgruppe die Angewohnheit, jeden Tag Wiener Melange aus dem Kaffeeautomaten zu trinken, was mich letztendlich auf die Song-Idee brachte. Wir waren eine wild zusammengewürfelte Uni-Gruppe, die sich auf Anhieb richtig gut verstand. Das erste Mal seit Corona hatte ich das Gefühl, wieder im Uni-Leben angekommen zu sein. Wiener Melange steht für die Flucht aus der Einsamkeit“.
Von Englisch zu Deutsch
In Isolation auf dem Mond zu leben, wäre also nicht gerade wünschenswert für Quirin – schließlich müsste er auf die tägliche Wiener Melange vom Uni-Kaffeeautomaten verzichten. Und über diesen Kaffee kann man wohl auch schlecht auf Englisch schreiben, denn der Song stellt den ersten mit deutschen Texten in der Quirinello-Diskographie dar. Diese Richtung gefällt der Band aber ganz gut, es wird nämlich im Moment auch an einer ganzen EP auf Deutsch gearbeitet.
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