Ebow: „Niemand hat es in diesen Vierteln härter als die Mädchen und Frauen“
Zwischen Arbeiterkind, Tochter, politischer Aktivistin, verliebter Ebow und Rapperin: Auf ihrem neuen Album „Typologie eines Lebens“ lässt Ebow ganz unterschiedliche Seiten von sich nebeneinander existieren. Der Titel ist dabei Programm. Inspiriert von ihrem früheren Architekturstudium, versteht sie das Album wie eine Sammlung verschiedener Perspektiven auf ein und dasselbe Leben. Persönlicher als bisher erzählt sie von ihrer Familie, ihrem Aufwachsen und den Erfahrungen, die sie geprägt haben.
Besonders offen wird Ebow auf „Novoline“, wo sie erstmals über die Spielsucht ihres Vaters spricht. Statt nur die eigene Wut auf ihn zu erzählen, versucht sie, die Sucht auch aus seiner Perspektive zu verstehen – und macht den Song damit gleichzeitig zu einer Art Liebeserklärung. In „ARBAYT“ geht es wiederum um drei Generationen ihrer Familie und die Frage, was es bedeutet, als erste Person finanziell wirklich unabhängig zu sein, während die eigene Familie weiterhin auf Unterstützung angewiesen ist. Und mit „BUTCH IM TANK“ zeigt Ebow eine selbstbewusste, queere Seite, die aus Selbstliebe und dem Loslassen von Erwartungen anderer entsteht.
Im Gespräch spricht Ebow außerdem darüber, warum sie die Perspektive von Frauen in von Armut geprägten Vierteln stärker sichtbar machen will, weshalb Rap heute mehr unterschiedliche Lebensrealitäten abbildet und warum es für sie keine Möglichkeit gibt, einfach ein „neues Leben“ zu starten. Dazu gibt es eine Schnellfragerunde, ihre drei aktuellen Lieblingssongs und einen Ausblick auf ihre kommende Tour im Oktober.
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