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Kadavar treffen Guildo Horn: Ein Talk über Rock, Schlager, Tour-Leben und ESC

Posted in: Titelstory

Für Guildo Horn ist die Schlager-Bühne mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie ist ein Ort des Seelenbaumelns. „Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Da ist man schön leer”, gesteht er. Dieses einmalige Gefühl beschreibt er nicht als Mangel, sondern als Zustand der Reinheit, in dem er ganz bei sich ist.

Kadavar wiederum finden ihre Ruhe eher im Zusammenspiel untereinander. Für sie ist Präzision ein Teil der Magie. Doch selbst sie geben zu: Nach einem intensiven Song gehen einem manchmal tausend Gedanken durch den Kopf. Was dann zählt, ist der Blickkontakt zur Band – und das gemeinsame Brennen.

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Im Doppelleben auf Tour

Horn blickt auch auf seinen Grand-Prix-Auftritt 1998 zurück und wundert sich noch heute über das damalige Medien-Feuerwerk: „Wir kamen wie ein UFO runter … danach konntest du nicht mehr durch die Fußgängerzone.“ Lieber Außenseiter als Teil einer Szene, definiert er sein Team seither als „trojanisches Pferd“.

Kadavar erzählen von wilden Konzerten zwischen Salt Lake City und São Paulo, während Horn längst lieber jede Nacht im eigenen Bauernhof-Bett landet. Für den Backstage hat er unterdessen sein eigenes Feldbett besorgt. Er reflektiert aber auch offen und ehrlich über die Trennung zwischen Künstlerfigur und Privatperson. Privat hätte er nämlich „volles Haar“ und „Sixpack“.

Sein jüngstes Steckenpferd sind die Mit-Sing-Konzerte mit WDR 4: Schlager-Potpourri mit Publikum-Chor – ein Hybrid aus Stand-up, Karaoke und Kuschelkurs. Ob sich Kadavar das ein oder andere Gimmick für ihre Shows im Sommer abschauen? Wir werden sehen.

Zwischen Inklusion und Inflation

Ob Ticketpreis-Wahnsinn oder gekappte Förderprogramme: Beide Seiten klagen über eine Branche, in der Leistungsoptimierung manchmal höher gehandelt werde als Menschlichkeit. Horn trommelt für gelebte Inklusion im Kulturbetrieb. Und Kadavar stellen klar, dass sie die aktuelle Preis­explosion nicht auf ihr Publikum abwälzen wollen: „Man kann ja auch nicht 70, 80 Euro für ein Ticket nehmen – will man ja auch nicht“, betont Lupus und erinnert daran, dass Nightliner- und Tourkosten seit der Pandemie „das Doppelte, fast das Dreifache“ verschlingen. Trotzdem halten Kadavar an „vernünftigen Preisen“ fest.

Weitere Gemeinsamkeiten zwischen Schlager und Rock, Backstage-Geschichten und eine ganze Menge Herz, seht ihr in der ganzen DIFFUS Titelstory. Nicht ohne Grund laden sich beide Parteien nämlich gegen Ende zu ihren kommenden Konzerten ein.

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