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Mariybu: Queerer Hyperpop mit politischer Haltung (Portrait)

Posted in: Kurzdoku & Portrait
Tagged: Mariybu

Dass Mariybu heute Hyperpop macht, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich, wenn man sich mal die musikalische Früherziehung der Hamburgerin anschaut. „Was super prägend war, war die Schallplatte von Tic Tac Toe, die mein Dad immer gehört hat. […] Dann hat mein Dad auch immer beim Putzen in der Küche Sunshine Life gehört, das ist so ein Techno-Sender. Meine Mum hatte die Madonna CD. Das waren so meine ersten Berührungspunkte mit Musik – und meine eigene erste CD war Blümchen, das war auch super prägend!“. Tic Tac Toe, Madonna und Techno – ein gesunder Nährboden für Mariybus queeren Hyperpop.

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Rap kann auch feministisch sein

Aber eins nach dem anderen: Mariybu interessiert sich erstmal vor allem für Punkrock und kann sich hier für die politische Haltung hinter der Musik begeistern. Beim Deutschrap fehlt ihr diese, im Gegenteil sieht sie hier viel Misogynie und Stereotype – bis sie auf Lina Burghausens Blog 365 Female MCs und darauf gefeaturete FLINTA-Rap-Acts wie Sir Mantis und Finna stößt. Rap kann also auch feministisch sein – eine Erkenntnis, die Mariybu schnell dazu anspornt, eigene Texte zu schreiben und sich das Produzieren beizubringen.

Erste Songs entstehen und schließlich fasst sich Mariybu ein Herz und kontaktiert 365xx, das Label von Lina Burghausen. „Ich hab 2018 den ersten Song geschrieben und 2020 im Dezember hab ich denen Songs geschickt und meinte so: ‘Wollt ihr mal reinhören, ich find euch cool, wollen wir was machen?’. Und dann meinte Lina direkt: ‘Lass mal schnacken!’ und das war schon krass, weil ich Lina und ihren Blog natürlich die ganze Zeit verfolgt habe. Dann bei dem Label zu sein – das war schon cool!“.

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Mariybu und Hyperpop – It’s a match!

Zunehmend stößt Mariybu dann auch auf neue, ungewöhnliche Sounds, die sie so noch nicht gehört hat: Hyperpop. Die elektronische, unkonventionelle Musik von Künstler:innen wie SOPHIE und Charli XCX flasht die Newcomerin: Hier ist Queerness und Diversität nichts was man sich erkämpfen muss, sondern gehört von Anfang an zum Programm. Also beginnt Mariybu erste Songs in diese Richtung zu produzieren und zu schreiben – und hat seitdem nicht mehr aufgehört. „Ich hab einfach so viel Raum für Ausprobieren und bunt und verrückt und übertrieben und weird – und so fühl ich mich halt auch. Deshalb fühlt es sich an wie ein Match!“, erzählt Mariybu im Interview strahlend.

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Wir treffen die Künstlerin im queeren Nachtclub SchwuZ, in Berlin, wo die Künstlerin vor einigen Monaten hingezogen ist. Normalerweise trifft man Mariybu im SchwuZ auf ausgelassenen Parties oder bei ihren eigenen Auftritten, heute beantwortet sie uns allerdings ein paar Fragen: Was hat sie zum Umzug in die Hauptstadt veranlasst? Hat der Deutschrap ein Sexismus-Problem? Und was ist eigentlich ein „Slaybae“?

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