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Patrice im Interview: „Die Musikindustrie nimmt Künstler:innen den Glauben an sich selbst“

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Tagged: Patrice

Die meisten „Best-Of“-Alben werden veröffentlicht, wenn entweder die Karriere eines Artists beendet ist oder wenn der Artist verstirbt. In Patrice‘ Fall trifft glücklicherweise keiner der beiden Fälle zu. Der Reggae-Künstler veröffentlichte letztes Jahr sein sogenanntes „Super Album“, um eine Phase seiner über 20-jährigen Musikkarriere zu beenden und in eine neue überzuleiten. Den Beginn dieser neuen Phase markiert er mit der Veröffentlichung seines Albums „9“. Im Interview erzählt Patrice uns, welche vielseitige Bedeutung die Zahl neun für ihn hat und warum sie symbolisch für den Neuanfang steht.

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Er erklärt uns, dass er das Album fast nach dem Song „Undefined“ benannt hat, weil er sich und seine Musik nicht definieren kann und möchte. Er ist froh, eine Interpretationsfläche zu bieten oder wie er es in dem Track selbst singt: „I am whoever you think I am“. In dem Song singt er außerdem die Line „You can’t find me / like you can’t find salvation“.

Auf die Frage, ob er glaubt, dass es keine Erlösung für den Menschen gibt, antwortet er: „Erlösung gibt es in dem Sinne nicht, glaub ich. Und das ist auch gut so, weil man immer weiter sucht. Und man sollte ja immer weiter neugierig sein und immer weiter versuchen zu wachsen. Das würde man nicht, wenn man Erlösung finden würde. Weil dann ist man ja angekommen. Ich glaube, Menschsein ist der ehrenhafte Versuch, nach etwas Hohem zu greifen. Das ist für mich wichtiger als das Ankommen oder das perfekte Album.“

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Außerdem gewährt er uns Einblick in seine Perspektive auf die Entwicklung der Musikindustrie. „Musik und generell Kultur wird immer gleicher, glaube ich. Es sieht zwar so aus, als wäre es diverser, aber man hat das Gefühl, dass alle auf die selbe Art und Weise divers werden. Ich denke, es ist wichtig mit etwas anderem zu kommen. Verschiedenste Perspektiven, verschiedenste Ansätze.“ Um jüngeren aufstrebenden Artists diese Möglichkeit zu bieten, gründete er ein eigenes Label. „Einfach einen Raum, in dem ein junger Künstler sich finden darf und seiner Sache nachgehen darf. Dass ihm Mut zugesprochen wird, dem eigenen Instinkt zu folgen. Davon profitieren wir als Kultur viel mehr. Die Industrie nimmt leider den Künstler:innen den Glauben an sich selbst.“

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