SXTN: Wie aus einer Beleidigung eine Deutschrap-Ansage wurde
Jujus gerader Pony, Nuras helle Cornrows, dazu rot-goldene Schrift und Blitze auf schwarzem Stoff: Dieses Shirt könnte auf den ersten Blick auch eine Rockband sein, gehört aber zwei Rapperinnen aus Berlin: SXTN. Das Motiv stammt vom Poster aus der Limited-Fan-Box zu „Leben am Limit“. Es zeigt ein Duo, das mit seiner direkten Art einen Nerv traf: SXTN feierten, pöbelten und rappten über Sex mit einer Selbstverständlichkeit, die ihre männlichen Kollegen längst für sich beanspruchten. Nur bestimmten hier zwei Frauen selbst die Spielregeln.
Auch Beleidigungen ließen Juju und Nura nicht einfach auf sich sitzen. Sie machten sich den Begriff „Fotze“ zu eigen und spielten Deutschrap seine Macho-Sprache zurück. Damit prägten sie „Fotzenrap“ mit – und schufen Songs, die ihre gemeinsame Zeit überdauert haben. Denn seit 2018 gibt es SXTN nicht mehr. Was bleibt, sind Erinnerungen an verschwitzte Konzerte, mitgebrüllte Zeilen und ein Shirt, auf dem die beiden noch immer nebeneinanderstehen. Die Geschichte dahinter erzählen wir in der neuen Folge Shirt Stories.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.