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Tua im Interview: „Ich wollte eine Platte machen, die nicht so belastend ist“

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Nachdem wir uns vom ersten Schock erholt haben, weil Tua uns auf dem Cover von „Eden“ zum ersten Mal in Farbe begrüßt, war die Vorfreude auf das neue Album des Rappers, Sängers und Producers groß. Und der Bruch mit seiner bisherigen Bildsprache ist durchaus angemessen, wie uns schnell die ersten Vorabsingles „Weit und blau“, „Herr Aber Aber“ und „14.000 Tage“ bewiesen haben. 

„Eden“ ist lichtdurchflutet und gut gelüftet, zitronengelb wie eine Hausfassade irgendwo am Mittelmeer, wo das Album mit seinen strandtauglichen Café Del Mar-Breaks sowieso sehr gut hinpasst. Darüber sagt Tua schmunzelnd: „Ich hab schon immer ein Faible gehabt für so early 90s Kitsch, weil ich damals angefangen habe Musik zu hören und davon geprägt wurde. Ich wollte einfach eine Platte machen, die etwas angenehmer zu hören ist“.

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Dazu gehört auch die neue visuelle Sprache, die Tua mit Eden eröffnet: „Es ist einfach irgendwann eng geworden. Vielleicht kommt irgendwann auch wieder ein Album, bei dem ich Schwarz-Weiß passend finde, aber in dem Fall wäres es irgendwie komisch gewesen, die ganzen geilen Bilder von den Kanaren und Griechenland schwarz-weiß zu machen.“

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Gewollter Kitsch statt bemühte Coolness

Der unterkühlte Electronica-Einfluss, der Tua schon seine ganze Karriere begleitet, taut hier auf und muss sich die 37 Minuten Spielzeit mit auffällig vielen „echten“ Instrumenten teilen. Mit Steel Drums, RnB-Einschlägen und Balkan-Party-Bounce tanzt Tua ohne Berührungsängste hautnah am Kitsch vorbei und lässt sich sogar ganz unverkopft zum Pop-Trap-Ohrwurm „Niederlande“ mit Featuregast Tarek K.I.Z hinreißen. „Das ist vielleicht der poppigste Song, den ich je geschrieben habe. Tarek sagt, ich werde gekreuzigt werden für dieses Maß an Pop – aber dann ist es halt so!“. Am Ende kommt der 38-jährige „Im Garten“ mit Kindern und Pergola an – ein Bild, das so versöhnlich und harmonisch aussieht, dass man die geliebte Melancholie gar nicht vermisst.

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